Stretching für die Bewegungsfreiheit

Von: Susanne Donner, ddp
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Der Rücken sinkt in den Stuhl, der Kopf beugt sich über die Tastatur und die Beine werden unter den Sitz geschlungen. Viele Stunden am Tag verbringen Menschen in einer solchen Zwangshaltung. Früher oder später rächt sich das mit Beschwerden. Stretching kann dagegen helfen. Foto: ddp

Leipzig. Der Rücken sinkt in den Stuhl, der Kopf beugt sich über die Tastatur und die Beine werden unter den Sitz geschlungen. Viele Stunden am Tag verbringen Menschen in einer solchen Zwangshaltung. Früher oder später rächt sich das mit Beschwerden.

Die Muskeln, ungenutzt oder allenfalls monoton beansprucht, verspannen sich. Sehnen und Bänder verkürzen sich und die Beweglichkeit schrumpft aufs Nötigste.

Soweit muss es nicht kommen. „Um die Muskeln zu lockern, die verkürzten Bereiche zu strecken und die Gelenke regelmäßig zu öffnen, ist Stretching ideal”, sagt Fitnesstrainerin Bettina Beywl vom Studio Pure in Leipzig.

Schon auf den ersten Blick erkennt sie die Problemzonen ihrer Kunden. Der Gang, die Haltung und die Körpersprache verraten den eingezwängten Leib. Die Schultern hängen nach vorne oder die Hüften stehen schief. Oft sind die Muskeln und Sehnen der Lendenwirbelsäule und der Oberschenkelrückseite verkürzt. Frauen, die viel auf hohen Schuhen gehen, leiden unter ungedehnten Waden. Bei Männern fallen Beywl dagegen häufig Verspannungen im Brustkorb und im oberen Rücken auf.

Mit individuellem Dehnungs- und Kräftigungstraining könne aber jeder noch so enge Körper befreit werden, betont die agile Leipzigerin. „Die meisten merken nach dem fünften und sechsten Training schon eine Veränderung. Eine Dame sagte mir einmal, sie fühle sich zwei Zentimeter größer”, erzählt Beywl. Ihrer Erfahrung nach wird der Gang merklich aufrechter. Die Beine werden beim Laufen leichter. Die Bewegungsfreiheit nimmt zu und die Körperwahrnehmung verändert sich. Viele Kursteilnehmer denken bald auch im Büro daran, aufrecht zu sitzen.

Stretching soll also nicht nur den Sport abrunden und die warmen Muskeln zum Abschluss noch einmal rasch dehnen. „Es gehört zu jedem guten Training dazu und sollte nicht zu kurz kommen”, macht Beywl klar. Es sei zwar wichtig, dass der Körper warm und gut durchblutet ist. Aber dafür reicht im Grunde eine kurze Erwärmung aus, beispielsweise fünfzehn Minuten Joggen.

Auch wenn alltägliche Bewegungen schon schwerfallen, lassen sich für Jung und Alt Übungen finden, die Erfolgsmomente garantieren, ist die 31-Jährige überzeugt. Ein Schneidersitz könne beispielsweise in viele Einzelteile zerlegt werden. Wer in der einen Position nicht ausharren kann, kommt womöglich in der anderen zurecht.

„Unser Körper gibt uns zwar natürliche Grenzen der Beweglichkeit vor. Aber es gibt für jeden motivierende Übungen. Immer wieder erlebe ich, wie Menschen staunen, was sie alles können”, erzählt Beywl. Die meisten Teilnehmer muss sie jedoch bremsen, weil sie im Training zu viel Ehrgeiz entwickeln: „Gerade beim Stretching muss man mit dem Körper sorgsam und sanft umgehen und darf auf gar keinen Fall zerren, sonst kann es sogar kleine Muskelfaserrisse geben.”
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