Start in die dritte Dimension

Von: sar
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Stolz auf die 3D-Laparaskopie-Einheit: Professor Dr. Reinhard Kasperk (re.) Leiter der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Luisenhospital, und Dr. Gerhard Niepmann, Leitender Oberarzt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Sie nennen es knapp eine „3D-Laparaskopie-Einheit“, doch der Schritt in die dritte Dimension ist selbst für erfahrene Operateure wie Professor Dr. Reinhard Kasperk, Leiter der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Luisenhospitals Aachen etwas Besonderes. „Natürlich muss man erst lernen, damit umzugehen, nachdem wir ja bisher nur zwei- dimensional arbeiten konnten“, sagt er.

„Aber jetzt erkennen wir beim Operieren noch besser die anatomischen Strukturen, etwa die Nähe von Nerven bei Eingriffen am Enddarm. Das ist ein echter Fortschritt.“ Immerhin liefert die Technik zusammen mit der 3D-Brille, die der Operateur trägt, eine 50-fache Vergrößerung des Operationsbereichs, der auf dem 42-Zoll-Bildschirm (Diagonale etwa 107 Zentimeter) klar abgebildet wird.

Dr. Gerhard Niepmann, Leitender Oberarzt der Klinik, hat sich in Solingen schulen lassen. Jetzt gibt er Erkenntnisse und Fertigkeiten an Kolleginnen und Kollegen weiter. Nicht nur das: Die Herstellerfirma von „EinsteinVision“, so der Name des Systems, veranstaltet im Luisenhospital auch Hospitationsprogramme. Wichtig für die Chi-rurgen: „Das System muss alltagstauglich sein“, betont Kasperk. „Die Technik gibt es schon länger, aber die Systeme waren klobig und anfällig. Inzwischen sind sie wirklich gut zu handhaben.“

Das räumliche Sehen erlaubt das präzise Trennen selbst feinster Gewebestrukturen und ein extrem genaues Führen der Nadel beim Nähen. „Es ist klar, dass sich damit auch das Risiko für die Patienten verringert“, sagt Niepmann. Über vier komplette optische Systeme verfügt das Luisenhospital – und die müssen im Plasma-Bad sterilisiert werden. Das übernehmen Experten des St.-Antonius-Hospitals in Eschweiler, Kooperationspartner des Luisenhospitals.

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