Berlin - Soziale Ungleichheit schlägt auf die Gesundheit

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Soziale Ungleichheit schlägt auf die Gesundheit

Von: ddp
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Die Krankschreibung vom Arzt braucht ein Arbeitnehmer erst nach drei Tagen - dem Chef muss er allerdings sofort mitteilen, wenn er krank zu Hause bleibt.

Berlin. Wer sozial und ökonomisch benachteiligt ist, hat oft auch mehr gesundheitliche Probleme als seine wohlhabenden Mitmenschen. Jede Wirtschaftskrise verschärft diese Situation noch. Dadurch steigen wiederum die Krankheitskosten, der soziale Zusammenhalt der Menschen ist gefährdet und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes ist bedroht.

Um diese Entwicklung aufzuhalten, müssten moderne Gesellschaften zunächst die sozioökonomische Ungleichheit stoppen und dann eine „gesundheitssensible Gesamtpolitik” einleiten, ist Klaus Hurrelmann, Professor für Public Health and Education an der Hertie School of Governance in Berlin überzeugt.

Nach Ansicht Hurrelmanns reiche eine gezielte Gesundheitspolitik nicht aus, um die immer größer werdende wirtschaftliche und soziale Ungleichheit auszubremsen. So werde beispielsweise in Deutschland der gesundheitliche Status von sozial und ökonomisch schwachen Gruppen der Bevölkerung immer schlechter, obwohl es ein flächendeckendes Versorgungsangebot gebe.

Erfolgreicher seien Länder, die über eine aktivierende Beschäftigungspolitik gezielt versuchen, die ökonomische Ungleichheit einzudämmen und zusätzlich beispielsweise durch gute Arbeitsbedingungen, Umweltschutz, Ernährungsförderung und Bildungsangebote auf die Gesundheitsverträglichkeit achten. Auch der Ausbau präventiver Angebote und eine nachhaltige Gesundheitsbildung der gesamten Bevölkerung hätten sich bewährt.

In Deutschland, in anderen Ländern der Europäischen Union ebenso wie in den USA und Japan gibt es große Unterschiede zwischen den Menschen verschiedener sozialer Herkunft. Faktoren wie Säuglingssterblichkeit, Krankheitsanfälligkeit in allen Lebensphasen und die Lebensdauer könnten um bis zu 20 Jahre differieren, wie Hurrelmann betont. Benachteiligte Bevölkerungsgruppen seien außerdem immer stärker von Herz-Kreislaufkrankheiten, Krebs, Diabetes, krankhaftem Übergewicht und Depressionen betroffen. Diese Ungleichheit nehme nicht nur in den armen, sondern auch in den reichen Gesellschaften zu.
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