Sommerspaß ohne juckende Folgen: Tipps für Sonnenallergiker

Von: Markus Zens, ddp
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Einige Menschen entsagen während des Urlaubs freiwillig der Sonne - Tiefseetaucher und Höhlenforscher beispielsweise. Wer an einer Sonnenallergie leidet, verzichtet dagegen meist unfreiwillig auf das Sonnenbad. Foto: ddp

Bonn/Leverkusen. Einige Menschen entsagen während des Urlaubs freiwillig der Sonne - Tiefseetaucher und Höhlenforscher beispielsweise. Wer an einer Sonnenallergie leidet, verzichtet dagegen meist unfreiwillig auf das Sonnenbad.

Die Angst vor juckenden Hautausschlägen und unschönen Quaddeln treibt die Betroffenen in den Schatten.

Wer nach einem Sonnenbad schon einmal solche oder ähnliche Hautveränderungen an sich bemerkt hat, sollte als erstes den Weg zum Hautarzt einschlagen. Denn hinter der sogenannten „Sonnenallergie” kann sich eine Vielzahl verschiedener Krankheiten verbergen: „Sonnenallergie ist nur ein Sammelbegriff für unterschiedliche Hautreaktionen, die mit Sonneneinstrahlung im Zusammenhang stehen”, erläutert der Bonner Dermatologe Joachim Christ.

Zu den häufigsten Formen der Sonnenallergie gehört die sogenannte „polymorphe Lichtdermatose”, kurz PLD. Rund 90 Prozent aller Betroffenen leiden an dieser Variante. Die Krankheitssymptome einer PLD fallen sehr unterschiedlich aus: Einige Stunden bis mehrere Tage nach dem Sonnenbad bilden sich bei manchen Patienten kleine Bläschen oder Knoten auf der Haut, andere berichten von starkem Juckreiz. Diese Symptome können aber auch gemeinsam auftreten.

„Über die Ursachen der PLD können wir leider nur spekulieren”, sagt Hautarzt Christ. Trotz intensiver Forschung haben Mediziner die Entstehung der Krankheit bislang noch nicht eindeutig verstanden. Auch die Frage, warum mehr Frauen als Männer an PLD erkranken, ist bislang nicht geklärt.

Betroffene können aber trotzdem einiges unternehmen, um die Symptome der Sonnenallergie zu mildern. An erster Stelle steht der richtige Schutz der Haut - der sollte keinesfalls mit Sonnenschutzmitteln allein sichergestellt werden, betont Christ. Er rät Betroffenen, rechtzeitig schattige Plätze aufzusuchen und Kleidung zu tragen, die empfindliche Hautpartien bedeckt. Besonders gefährdet sind die Oberarme, der Halsausschnitt und das Gesicht. Hüte und langärmlige Hemden helfen, diese Regionen zu schützen.

Als Ergänzung zu diesen Maßnahmen spielen Sonnenschutzmittel eine wichtige Rolle. Apotheker Klaus Schaefer hat Tipps zur Auswahl der richtigen Creme: „Am besten sind Mittel, die möglichst wenig Parfümöle enthalten”, erläutert der Leverkusener Experte. Bei empfindlichen Personen kann sich der Schutzeffekt sonst umkehren, da einige stark parfümierte Cremes die Haut noch weiter reizen. Auch eine Sonderform der Sonnenallergie, die sogenannte Mallorca-Akne, kann von Sonnenschutzmitteln ungünstig beeinflusst werden. Vor allem Emulgatoren und Fette in Sonnencremes stehen in Verdacht, die Mallorca-Akne mit auszulösen. Abhilfe schaffen hier fettfreie Sonnenschutzgele, die es ebenfalls in Apotheken gibt.

Besonders vorsichtig beim Sonnenbaden sollten Menschen sein, die regelmäßig Medikamente nehmen, warnt Schaefer. Einige Arzneimittel erhöhen nach ihrer Einnahme die Lichtempfindlichkeit der Haut. Diese sogenannte phototoxische Reaktion ist keine Allergie im engeren Sinn, kann aber ähnliche Symptome hervorrufen.

Mögliche Auslöser einer phototoxischen Reaktion sind unter anderem bestimmte Antibiotika, Entzündungshemmer und blutdruck- sowie blutfettsenkende Medikamente. Auch Pflanzen wie der Riesenbärenklau, bestimmte Wiesengräser und Sellerie können solch eine phototoxische Reaktion hervorrufen - hier reicht teilweise schon das einfache Berühren. Daher sollten Verbraucher auch bei Medikamenten vorsichtig sein, die als rein pflanzlich deklariert sind: „Johanniskrautpräparate sind beispielsweise dafür bekannt, dass sie die Haut lichtempfindlicher machen”, erläutert Schaefer.

Andere Arzneimittel werden dagegen eingesetzt, um die körpereigenen Schutzmechanismen der Haut zu stärken. Vor allem Beta-Karotin, eine Vorstufe des Vitamins A, findet hier Verwendung. Die entsprechende Behandlung muss allerdings mehrere Wochen vor dem geplanten Urlaub in der Sonne beginnen und sollte nur in Abstimmung mit einem Arzt erfolgen. Raucher müssen hier besonders aufpassen: Da Beta-Karotin im Verdacht steht, das Risiko für Lungenkrebs bei Rauchern zu erhöhen, sind entsprechende Präparate vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte für Raucher verboten worden.

Wichtig für ein beschwerdefreies Sonnenbad ist auch die richtige Vorbereitung: Bei milden Formen der PLD helfe bereits eine langsame Gewöhnung an die Sonne, um die schlimmsten Symptome zu vermeiden, erläutert Hautarzt Christ. Für schwerere Fälle bieten die Dermatologen auch das sogenannte „Hardening” an, also die Abhärtung der Haut durch kleinste Dosen an UV-Strahlen. „Ein Besuch im Solarium ist dafür nur bedingt geeignet”, sagt Christ. Der Grund für seine Skepsis: „Dort lässt sich die Strahlenmenge nicht so exakt regulieren wie beim Hautarzt.”

Vorsicht vor der Schreibtischleuchte

Wer an einer Sonnenallergie leidet, muss sich nicht nur vor der Sonne hüten, sondern vor allen Lichtquellen, die UV-Licht abstrahlen. Dazu gehören Schwarzlichtlampen, desinfizierende Leuchten, wie sie in Labors oder Lebensmittelbetrieben verwendet werden, und sogar manche Lichtquellen im Alltag. So sollten Betroffene etwa auch bei der Wahl der Schreibtischleuchte Vorsicht walten lassen: Einige Leuchtmittel strahlen UV-Licht in so hohen Dosen ab, dass sie einen Allergieanfall auslösen können.

Besonders riskant seien Halogen-Glühlampen, berichtet Hautarzt Joachim Christ aus Bonn. Experten raten deshalb dazu, auf dem Schreibtisch nur Halogenleuchten einzusetzen, die über eine UV-Abschirmung verfügen - zum Beispiel in Form einer Glasscheibe, die vor der Lichtquelle angebracht ist. Menschen mit besonders gefährdeter Haut sollten am Schreibtisch am besten ganz auf Leuchtmittel mit Halogen verzichten.

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