Berlin - Senioren vertragen Alkohol deutlich schlechter

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Senioren vertragen Alkohol deutlich schlechter

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Berlin. Ältere Menschen vertragen Alkohol schlechter als jüngere. Die gleiche Menge Alkohol bei Älteren führe zu einer deutlich höheren Blutalkoholkonzentration als bei jüngeren und bewirke eine stärkere Schädigung des zentralen Nervensystems, warnt das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) in Berlin.

Die für gesunde Erwachsene geltende Grenze für risikoreichen Konsum von täglich 20 Gramm reinem Alkohol - etwa 0,5 Liter Bier oder 0,25 Liter Wein - für Frauen und 30 Gramm für Männer, gelte im Alter nicht. Aufgrund des langsamer werdenden Stoffwechsels liege sie deutlich niedriger, so das DZA im „informationsdienst altersfragen” (Ausgabe 3/2009)

Sucht im Alter werde aber nur selten wahrgenommen. Häufig spiele sie sich hinter verschlossenen Türen ab, wird von Betroffenen, aber auch von Ärzten, Pflegern oder Angehörigen nicht erkannt, geleugnet oder bagatellisiert, so das DZA. Oft würden die Symptome falsch interpretiert und dem hohen Lebensalter zugeschrieben.

Ob aus einem normalen Alkoholkonsum eine Abhängigkeit geworden ist, lässt sich laut DZA mit Hilfe der International Classification of Diseases (ICD-10) ermitteln. Danach müssen mindestens drei der folgenden Kriterien im vergangenen Jahr erfüllt gewesen sein: Der Betroffene muss einen starken Wunsch oder Zwang nach Alkohol verspürt haben, schlecht kontrollieren können, wann und wie viel er trinkt oder körperliche Entzugserscheinungen bei Beendigung oder Verringerung des Konsums spüren.

Weitere Kriterien sind eine entstandene Alkoholtoleranz - es wird mehr vertragen als früher -, die Vernachlässigung anderer Interessen und die Fortführung des Alkoholkonsums, obwohl körperliche, psychische und soziale Folgeschäden aufgetreten sind.

Typische körperliche Symptome seien unter anderem ein schlechter Allgemeinzustand einhergehend mit Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und geröteter Gesichtshaut, erläutert das DZA. Psychische Symptome seien vor allem Angst, Depressivität, innere Unruhe und Störungen etwa bei der Aufmerksamkeit, Erinnerung und Orientierung.
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