Regensburg - Schweißgebadet wach: Alpträume sind Folge psychischer Belastungen

Schweißgebadet wach: Alpträume sind Folge psychischer Belastungen

Von: ddp
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Alptraum / Monster
Angst vor dem Gespenst: Kommt ein Kind nach einem Alptraum zu seinen Eltern, sollten sie es zunächst einfach nur trösten. Foto: dpa

Regensburg. Alpträume reißen viele Menschen immer wieder aus dem Schlaf. Ob einem bedrohliche Monster auf den Fersen oder unlösbare Aufgaben zu bewältigen sind: Am Ende des Traums sitzt man meist schweißgebadet und hellwach im Bett.

„Solche Träume treten vor allem in Phasen seelischer oder psychischer Belastung auf”, sagt der Regensburger Schlafforscher Jürgen Zulley.

Wenn die quälenden Träume häufig wiederkehrten, sollten sich Alptraumgeplagte in ärztliche Behandlung begeben, um chronische Schlafstörungen zu vermeiden.

„Meist träumt man von bedrohlichen Situationen und erwacht mit einem Gefühl intensiver Angst”, sagt Zulley. Bis zu 50 Prozent der Kinder zwischen drei und fünf Jahren litten öfter unter solchen Träumen, bei Erwachsenen seien es etwa fünf Prozent. Besonders oft seien Frauen betroffen, sagt der Schlafforscher.

Die aus dem Schlaf Gerissenen können sich laut Zulley immer an ihre Träume erinnern. Auf diese Weise seien Alpträume von anderen nächtlichen Panikattacken unterscheidbar, etwa dem sogenannten „pavor nocturnus”, bei dem die Betroffenen durch körperliche Symptome wie Herzrasen oder unruhiges Atmen erwachten.

Die gedanklichen Horrortrips treten laut Zulley vor allem während des Traumschlafs in der zweiten Nachthälfte auf, den sogenannten REM-Phasen. Mitunter verwischten sich Traum und Wirklichkeit. Weil der Körper etwa in den REM-Phasen eine geringe Muskelspannung habe, hätten viele Menschen ein Lähmungsgefühl. „Man versucht zum Beispiel, im Traum wegzulaufen, kann sich aber nicht bewegen”, erklärt der Schlafforscher.

Besonders verbreitet sind die ungebetenen Schlafunterbrechungen nach Angaben des Schlafexperten in Konfliktsituationen oder nach belastenden Ereignissen. Bei Erwachsenen könnten zudem Medikamente wie Antidepressiva oder Beta-Blocker der Auslöser sein oder zu starker Alkoholkonsum. „Auch wenn der Schlaf durch äußere Faktoren gestört ist, etwa durch große Hitze im Sommer, werden wir öfter von Alpträumen geplagt”, sagt Zulley.

Solange Alpträume nur gelegentlich den Schlaf stören, ist dies laut Zulley nicht weiter bedenklich. Die Ursachen des zugrundeliegenden Stresses müssten bekämpft werden, dazu könnten Entspannungsübungen oder mehr körperliche Aktivität helfen. Wenn die Beschwerden allerdings über einen Zeitraum von rund vier Wochen regelmäßig wiederkehrten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

„Sonst können die Schlafstörungen chronisch werden oder Angsterkrankungen entstehen”, erläutert der Schlafforscher. In solchen Fällen sei eine Verhaltenstherapie empfehlenswert oder die Behandlung mit Antidepressiva.
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