Berlin - Schlafforscher kritisieren Umstellung auf Sommerzeit

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Schlafforscher kritisieren Umstellung auf Sommerzeit

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:
Zeitumstellung auf Sommerzeit steht bevor
In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren um zwei Uhr um eine Stunde auf drei Uhr vorgestellt. Damit beginnt die Sommerzeit.

Berlin. Aus Sicht von Schlafforschern stört die an diesem Wochenende anstehende Zeitumstellung den biologischen Rhythmus der Menschen erheblich. Insbesondere sogenannte Eulen-Typen, also nachtaktive Menschen, seien in ihrer biologischen Uhr durch die Umstellung auf die Sommerzeit gestört, sagte Horst-Werner Korf, Wissenschaftler am Chronomedizinischen Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur.

Die Eulen-Typen müssten durch das Vorstellen der Uhr noch früher aufstehen, was ihnen ohnehin besonders schwer falle.

Für „Lerchen”, die ohnehin früher aufständen und schlafen gingen, sei die Umstellung weniger schwierig, sagte Korf weiter. Beide Typen entwickelten sich bereits in der Pubertät und seien jedem Menschen ein Leben lang eigen. Werde dieser Rhythmus verschoben, verändere sich auch die Nahrungsaufnahme. Insbesondere die Leber benötige etwa sechs bis sieben Tage, um sich an diese Funktionsveränderungen anzupassen, sagte Korf.

Der Regensburger Psychologe Jürgen Zulley sagte der Wochenzeitung „Die Zeit”, er halte die Uhrumstellung nicht nur für überflüssig, sondern auch für schädlich. Sein Münchner Kollege Till Roenneberg nannte die Sommerzeit einen „von oben diktierten Eingriff in unser biologisches Zeitsystem”. Neue Untersuchungen zeigten, dass sich die Zeitumstellung nicht nur kurzfristig negativ auf die Gesundheit auswirke. Sie störe vielmehr sieben Monate lang bis zum Anfang der Winterzeit die innere Uhr vieler Menschen. „Es würde unserer Biologie eher entsprechen, in der Winterzeit zu bleiben”, sagte Zulley dem Blatt.

Einer Umfrage der Krankenkasse KKH-Allianz zufolge bereitet die Zeitumstellung rund der Hälfte der 1000 Befragten Schlafprobleme. Die meisten Menschen brauchten einige Tage, um wieder in den normalen Schlafrhythmus zu finden. Andere seien verstärkt auf den Wecker angewiesen oder kämen morgens schwerer aus dem Bett.

In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren von 2 auf 3 Uhr vorgestellt.
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