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Ohne Anstrengung entspannen: Salz als Wellness-Anwendung

Von: Nina C. Zimmermann, dpa
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Salz für die Schönheit: Als sogenannte Laist-Packung aufgetragen, macht es die Haut streichelzart. Foto: dpa

<b>Bad Elster / Bad Reichenhall.</b> Wer schon einmal auf einem Felsen in der Brandung gestanden hat, kennt den Effekt: Die Gischt spritzt hoch, winzigste Salzwassertröpfchen verteilen sich in der Luft. Das Durchatmen fällt auf einmal viel leichter, das Gemüt entspannt sich.

Aber nicht nur am Meer machen sich die vielfältigen Effekte von Salz bemerkbar. Manchmal reicht schon die Fahrt in ein nahe gelegenes Sole-Bad oder eine Salzgrotte, um Haut, Lunge und Psyche etwas Gutes zu tun.

Baden in Salzwasser: Ein Bad in salzhaltigem Wasser entspannt Körper und Geist. Der Effekt entstehe durch den Auftrieb, erläutert Prof. Karl-Ludwig Resch vom Deutschen Institut für Gesundheitsforschung in Bad Elster (Sachsen). „Wenn die Schwerkraft nicht mehr wirkt, entspannt sich die Muskulatur automatisch.” Dieses anstrengungslose „Loslassen” führt dazu, dass auch das vegetative Nervensystem herunterfährt. „Das klappt nirgends so gut wie in Sole.”

Unter Sole versteht man Heilwasser, dessen Salzgehalt bei mehr als 1,45 Prozent liegt. In modernen Wellness-Tempeln liegt der Gehalt in Regel bei 2 bis 3 Prozent, in Kurorten mit eigener Solequelle zumindest bei therapeutischen Anwendungen meist bei mehr als 20. Je höher der Salzanteil im Wasser ist, desto mehr Auftrieb hat der Körper - und umso größer ist der Entspannungseffekt.

Indem das Salzbad Stress abbaut, hilft es zugleich, das Risiko von Herzkreislauferkrankungen oder Diabetes Typ 2 zu senken, ergänzt Rainer Bubenzer vom Deutschen Medical Wellness Verband. Auch Beschwerden durch Hautkrankheiten wie Schuppenflechte ließen sich durch hochkonzentrierte Sole lindern. „Das hat natürlich unmittelbar auch positive Auswirkungen auf Stimmung oder Wohlbefinden.”

Salz auf der Haut: Doch nicht nur bei medizinischen Hautproblemen kann Salzwasser helfen. „Sole-Bäder haben auch kosmetische Auswirkungen, sie lindern zum Beispiel fettige Haut”, sagt Bubenzer. Damit die Haut aber tatsächlich vom Salzbad profitiert, sollte die Konzentration bei mindestens 5 bis 6 Prozent liegen, sagt Resch. Sonst werde sie nur ausgewaschen.

Eine Alternative zum Bad sind daher Sole-Packungen. Dazu wird oft der sogenannte Laist verwendet. „Laist ist sozusagen der Schlick aus dem Salzbergwerk”, erklärt Tine Geschke von der Kur-GmbH Bad Reichenhall, die dem Deutschen Heilbäderverband angehört. „Laist entsteht beim Abbau von Salz, ist hochmineralisch und enthält alle Wirkstoffe der Sole.”

Er wird dünn auf die Haut aufgetragen, mit einer wärmenden Decke abgedeckt und wirkt etwa 20 Minuten ein. Der osmotische Reiz, der beim Trocknen entsteht, regt die Durchblutung an - angegriffene Hautstellen erholen sich dadurch schneller. Auch der Stoffwechsel der Haut wird gefördert, ihre Widerstandskraft und natürliche Elastizität nehmen zu. „Die Haut wird streichelzart”, beschreibt Geschke den Effekt.

Salz zum Einatmen: Auch innerlich tut Salz gut - etwa in Form von Aerosolen. Das sind die winzigen Tröpfchen, die zum Beispiel in der Gischt entstehen. „Je kleiner sie sind, desto weiter können sie in die Lunge vordringen”, erläutert Resch. Dort entfalten sie ihre reinigende Wirkung: Sie regen die Durchblutung der Lungenschleimhaut an, Schadstoffe und Krankheitserreger können durch den verdünnten Schleim besser abtransportiert werden.

Aerosole sind aber nicht immer nur ein Naturphänomen. Künstlich erzeugt werden sie etwa in Gradierwerken, wie sie zum Beispiel in Bad Salzuflen und anderen Salz-Kurorten zu finden sind. Dort rieseln bis zu 600 000 Liter Sole pro Tag über Schwarzdornwände, zerstäuben zu feinstem Nebel und lassen ein meerähnliches Klima entstehen.

Vornehmlich werden damit Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis behandelt, aber auch erkälteten Menschen und Rauchern tut ein Spaziergang um das Gradierwerk gut.

Großstädter finden in ihrer Umgebung zunehmend sogenannte Salzgrotten, die besseres Durchatmen versprechen. Die Raumausstattung - Salzbrocken an den Wänden und ein Bodenbelag aus groben Salzkristallen - spielt laut Resch dabei keine Rolle. „Das ist ein schönes Bild, aber reine Innenarchitektur. Denn Salz verflüchtigt sich nicht einfach.” Allerdings könne eine solche Umgebung für Geborgenheit sorgen - was wiederum entspannend auf das vegetative Nervensystem wirkt.

Entscheidend für den Seeklima-Effekt in den Salzgrotten ist aber vielmehr eine Maschine, die via Kompressor oder Ultraschall Salzwasser zu Aerosolen vernebelt. Derartige Geräte gibt es im Kleinformat inzwischen zwar auch günstig für Zuhause - dort wird über ein Mundstück inhaliert. Besucher einer Salzgrotte sitzen dagegen entspannt auf Liegestühlen und genießen den Abstand vom Alltag.
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