Nicht nur Hormonmangel löst Osteoporose aus

Von: dpa
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Münster. Für Osteoporose ist nach neuen Erkenntnissen nicht nur ein Hormonmangel verantwortlich, sondern auch ein bestimmtes Eiweiß. Während ein Mangel des Hormons Östrogen zwar die Grundlage zur Entstehung der im Volksmund Knochenschwund genannten Erkrankung liefere, sei ein Eiweiß der eigentliche Auslöser für den allmählichen Knochenabbau.

Ein Team aus Münsteraner und österreichischen Wissenschaftlern habe - bei Versuchen an Mäusen - erstmals die zentrale Bedeutung des Eiweißes nachweisen können. Das teilte das Universitätsklinikum Münster am Montag mit. Die Erkenntnisse seien jüngst im britischen Fachjournal „Nature Medicine” veröffentlicht worden.

Das entdeckte Eiweiß spielt eine wichtige Rolle bei der Ausreifung der sogenannten Knochenfresszellen. Ähnlich einer Antenne sei das Eiweiß auf der Oberfläche der Zellen empfänglich für bestimmte Signale, die erheblich zum Knochenschwund beitrügen. Werde die Eiweißbildung gehemmt - werden die Antennen also nicht „ausgefahren” - seien die Tiere nachhaltig vor Osteoporose geschützt gewesen.

Selbst bei einem niedrigen Östrogen-Spiegel seien die Knochenfresserzellen nicht gebildet worden. „Es ist zwar noch Zukunftsmusik, aber langfristig können so womöglich neue Behandlungsstrategien entwickelt werden”, sagte der Münsteraner Mediziner und Mitautor der Studie, Prof. Thomas Pap, am Montag in Münster.

Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung in Deutschland, sie trifft im Schnitt etwa jeden Zehnten. Ein besonders großes Risiko haben Frauen in den Wechseljahren, 20 bis 40 Prozent von ihnen sind betroffen. Masse, Stabilität und Funktion der Knochen nehmen dabei ab, was oft schmerzhaft ist und die Gefahr von Knochenbrüchen erhöht.

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