Berlin - Neuer Impfstoff schützt auch gegen Schweinegrippe

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Neuer Impfstoff schützt auch gegen Schweinegrippe

Von: Jelena Pflocksch, dapd
Letzte Aktualisierung:
Massenimpfung gegen Schweinegrippe gestartet
Eine Krankenschwester impft gegen die Grippe. Foto: dpa

Berlin. . Zu Beginn der diesjährigen Grippesaison haben Experten die Bevölkerung zur Impfung aufgerufen.

Zwar habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Schweinegrippe-Pandemie für beendet erklärt, das H1N1-Virus zirkuliere aber weiter, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger, am Montag in Berlin.

Der Impfstoff für die anstehende Grippesaison besteht aus den weltweit vorkommenden Varianten der drei zirkulierenden Influenza-Virustypen und schützt damit auch gegen die Schweinegrippe. Die Untersuchungen zur Impfstoffverträglichkeit sind unterdessen bereits abgeschlossen. Eine Impfung ist ab sofort möglich.

Die Schwere einer Grippewelle lasse sich nicht vorhersagen, sagte Burger. So sei die Schweinegrippe-Pandemie harmloser verlaufen als befürchtet. Derzeit sei davon auszugehen, dass das H1N1-Virus im Umlauf bleiben werde, allerdings in deutlich abgeschwächter Form.

Nach Informationen der Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI lag der Höhepunkt der Schweinegrippe-Erkrankungswelle Mitte November 2009. Zudem gab es in der vergangenen Saison zwischen 2,5 und 3,4 Millionen zusätzliche Arztbesuche aufgrund einer Influenza-Erkrankung. Die Werte bewegten sich im Bereich einer mittelstarken saisonalen Influenzawelle, sagte Silke Buda vom RKI.

Die Untersuchungen zur Sicherheit und Verträglichkeit des neuen Impfstoffes seien abgeschlossen, sagte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek. „Wir gehen davon aus, dass der Impfstoff sehr gut verträglich ist.” Nebenwirkungen seien lediglich wie bei sonstigen saisonalen Grippeimpfungen möglich und würden innerhalb von ein bis drei Tagen abklingen.

„Nach der Impfung ist der Impfschutz in 10 bis 14 Tagen aufgebaut und schützt für eine Saison”, sagte Cichutek. Zu den Todesfällen im vergangenen Jahr, die zeitnah mit einer Impfung gegen die Schweinegrippe auftraten, sagte der PEI-Präsident: „Kein einziger Todesfall stand ursächlich in Zusammenhang mit der Impfung.”

Das RKI empfehle die Grippeimpfung nachdrücklich, betonte Burger. „Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich selbst vor einer schweren Influenza-Erkrankung, sondern vermeidet auch eine Ansteckung anderer”, sagte Burger.

Vor allem Risikogruppen wie ältere Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke und Schwangere sollten sich impfen lassen. Aber auch medizinisches Personal ist verstärkt zur Impfung aufgerufen. Die Impfquote bei der saisonalen Grippe liege beim Krankenhauspersonal bei durchschnittlich 20 Prozent und sei damit zu gering, hieß es. „Die Influenza ist und bleibt eine unberechenbare Erkrankung”, warnte Burger.

Für umfangreiche Informationen zu Impfung und Hygienemaßnahmen hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine neue Internetseite eingerichtet.
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