Rostock - Neue Zellkulturen können Tierversuche vermeiden

Neue Zellkulturen können Tierversuche vermeiden

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Rostock. Aus dem Dünndarm von Schweinen gewonnene Zellkulturen sollen künftig Tierversuche vermeiden helfen. Mit den Zellkulturen könne die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln oder Medikamenten getestet werden, sagte der Leiter einer Arbeitsgruppe an der Universität Rostock, Elmar Mohr, am Dienstag.

Seinem Team der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät sei es erstmals gelungen, mit Hilfe dieser Zellkulturen ein Stück Dünndarm zu züchten. Es soll dazu dienen, die Aufnahme von Stoffen im Darm zu untersuchen. Damit könnte erforscht werden, ob neue Stoffe wie Nahrungsergänzungsstoffe oder Produkte aus gentechnisch veränderten Pflanzen in den Stoffwechsel gelangen oder ausgeschieden werden.

Derzeit bestehe die Zellkultur, die auf einem Filter wächst, noch aus nur einer Zellschicht. In den oberen Teil der Zellkultur kommt die zu untersuchende Substanz.

Im unteren Teil, der die Blutseite im Körper darstellt, werde beobachtet, welche Substanzen oder Moleküle von den Zellen aufgenommen und weitergeleitet werden. Ziel der weiteren Forschung sei es, ein mehrschichtiges Stück Darm herzustellen, das genauso aufgebaut ist und funktioniert wie ein natürlicher Darm. Dafür wären mindestens drei bis vier verschiedene Zellarten nötig.

Der Schweinedarm sei ausgewählt worden, weil er dem des Menschen am ähnlichsten sei, sagte Mohr. Den Rostocker Forschern sei es dabei gelungen, die gesamte Kette der tierischen Verdauung vom Maul bis zum Enddarm im Reagenzglas zu simulieren. Tierversuche seien im Vergleich zu Zellkulturen aufwendig, langwierig und teuer, sagte Mohr. Ernährungsversuche mit Schweinen dauerten Monate und die Erkenntnisse daraus seien nur begrenzt verwertbar.

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