Washington - Neue Zahnfüllungen sollen gesünder und haltbarer sein

Neue Zahnfüllungen sollen gesünder und haltbarer sein

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:
zahnprobleme
Ein neues Füllmaterial für Zähne könnte bald Kunststofffüllungen ablösen. Foto: ddp

Washington. Ein neues Füllmaterial für Zähne könnte bald Kunststofffüllungen ablösen. Das Material ist härter und langlebiger und könnte dadurch das lästige und oftmals schmerzhafte Reißen der Füllungen reduzieren, wie Forscher herausgefunden haben.

Ausgangsstoff bei der Herstellung der neuen Masse ist eine Gallensäure, die auch von der menschlichen Leber hergestellt und in der Galle gespeichert wird. Die neue Füllung sei gesundheitlich unbedenklicher als herkömmliche Varianten, deuten die Forscher die Ergebnisse ihrer Untersuchungen.

Marc Gauthier von der Universität von Montreal und seine Kollegen stellen ihre Studie in der Fachzeitschrift „Applied Materials and Interfaces” der American Chemical Society vor (Bd. 1, S. 824, doi: 10.1021/am8002395).

Wenn Zähne gefüllt werden, greifen Zahnärzte immer häufiger zu weißen Kunststofffüllungen. Die silbernen Amalgamfüllungen sind optisch weniger ansprechend und ihr Quecksilbergehalt beunruhigt zudem viele Patienten und Ärzte.

Die Kunststofffüllungen sind jedoch wesentlich weniger haltbar, reißen schneller und auch bei ihnen gelten einige Inhaltsstoffe als bedenklich, wie die Wissenschaftler sagen. So geben viele dieser Füllungen Bisphenol A ab, eine Substanz, die unter Verdacht steht, hormonähnlich zu wirken und erbgutschädigend zu sein.

Gauthier und seine Kollegen entwickelten nun ein harzartiges Füllmaterial aus Cholsäure, einer Gallensäure. Es zieht sich beim Aushärten nicht so stark zusammen wie herkömmliche Kunststofffüllungen und ist stärker wasserabweisend. Dadurch könnten Inhaltsstoffe weniger gut herausgelöst und in den Körper gespült werden, erläutern die Forscher. Da die Masse zudem elastischer ist, reißt sie nicht so leicht.

Bevor das neue Füllungsmaterial allerdings in der Zahnarztpraxis eingesetzt werden kann, müssen erst noch weitere Studien durchgeführt werden. So sei bislang unklar, ob die Substanz im Mundraum abgebaut werde und ob sie tatsächlich keine toxische Wirkung habe, so die Forscher.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert