Multiple Sklerose: Neuer Therapieansatz entdeckt

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Bonn. Forscher haben einen neuen Ansatz zur Bekämpfung der Autoimmunkrankheit Multiple Sklerose (MS) entdeckt. Das teilte die Universität Bonn am Montag mit.

Ein Team unter Bonner Leitung konnte mit Hilfe eines gängigen Diabetes-Medikaments den Verlauf der Krankheit bei Mäusen erheblich verlangsamen. Auch bei menschlichen Zellkulturen sei die Methode erfolgreich gewesen.

Da der Wirkstoff längst bekannt und zugelassen ist, schließen die Forscher Nebenwirkungen aus. Die Studie ist jetzt im „Journal of Experimental Medicine” erschienen.

Bei Autoimmunkrankheiten wie MS wenden sich bestimmte fehlgeleitete Immunzellen (TH17-Zellen) gegen körpereigene Strukturen. Das Team um Luisa Klotz und Prof. Percy Knolle hat nun das PPAR-Gamma-Molekül als „molekularen Aufseher” identifiziert. „Wenn wir dieses Molekül gezielt in Immunzellen aktivieren, entstehen weniger TH17-Zellen”, erklärte Klotz am Montag in Bonn.

Bei Labormäusen mit einer MS-ähnlichen Krankheit sei diese daraufhin deutlich milder verlaufen. Auch in menschlichen MS-Zellkulturen bewirkte das Medikament nach Angaben der Forscher aus Bonn, Mainz, Paris und San Diego einen starken Rückgang der TH17-Zellzahl.

Diabetes-Medikamente seien allerdings für die Behandlung eines MS- Patienten kaum brauchbar, betonte Klotz vom Institut für Molekulare Medizin. Einerseits aktivieren sie PPAR-Gamma nicht stark genug, andererseits beeinflussen sie die Wirkung von Insulin. Die Forscher wollen nun die Entwicklung hochspezifischer Wirkstoffe vorantreiben.

(Fachartikelnummer: DOI: 10.1084/jam.20082771)
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