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Modifiziertes Protein: Neue Hoffnung im Kampf gegen Aids?

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:
Aidsvirus
Modell des Virus, das die Immunschwäche Aids auslöst.

Ann Arbour. Forscher haben ein menschliches Protein genetisch so verändert, dass es wie sein bei Nachtaffen vorkommendes Pendant das HI-Virus effektiv blockiert.

Das modifizierte Protein greift sehr früh in den Zyklus des Virus ein und kann es dadurch nachhaltig an seiner Ausbreitung hindern.

Die Forscher züchteten Zellkulturen mit dem veränderten Protein, die sich deutlich besser gegen das HI-Virus wehren konnten als solche ohne das neue Protein.

Bei ersten Versuchen mit Mäusen zeigte sich, dass die Methode auch bei lebenden Organismen funktioniert, schreiben Martha Neagu von der Columbia-Universität in New York und ihre Kollegen im Fachjournal „Clinical Investigation” (doi: 10.1172/JCI39354).

Nachtaffen und Menschen besitzen beide ein ähnliches Protein, das in den Zyklus des HI-Virus eingreift. Aber genau wie sich die beiden Arten voneinander unterscheiden, sind auch die Proteine nicht vollkommen identisch.

Das Affenprotein kann das HI-Virus besser bekämpfen. Die Forscher übertrugen nun die dafür verantwortlichen genetischen Komponenten auf die menschliche Form des Proteins.

Sie konstruierten dafür einen sogenannten Vektor, hTcCyp, der wie ein Taxi das Gen mit der Information für das neue Protein in menschliche Immunzellen trägt.

Die Zellen produzieren dann ein Protein, das tatsächlich in der gewünschten Weise funktioniert: Es blockiert den Vermehrungszyklus des HI-Virus.

„Die beste Methode, HIV zu bekämpfen, wäre ein Impfstoff. Das Virus hat sich in dieser Hinsicht aber sehr widerstandsfähig gezeigt”, erklären die Forscher: „Also versuchen wir, seine Vermehrung möglichst wirksam zu blockieren. Je früher im Virenzyklus dies geschieht, desto besser, weil das Virus so weniger Gelegenheit hat, Resistenzen zu entwickeln.”

Die Zellen mit dem Vektor hTcCyp können das Virus blockieren, bevor es sein Erbgut in die menschlichen Zellen einbaut. Viren wie HIV vermehren sich, indem sie ihr Genom in die Wirtszellen einschleusen, welche es dann automatisch kopieren, ohne dass das Virus selbst etwas dazu beitragen muss.

Das macht den Erfolg der Viren und gleichzeitig die Schwierigkeiten für das Immunsystem aus. Denn um das Virus zu bekämpfen, muss es körpereigene Zellen eliminieren.

HIV ist besonders heimtückisch, weil es sich genau in denjenigen Zellen einnistet, die für die Bekämpfung von Eindringlingen zuständig sind - den Immunzellen.

Die Forscher stellten zunächst Zellen mit hTcCyp her. Sie vermischten diese mit Zellen ohne das neue Protein und infizierten die Kulturen mit HIV.

Nach einem Monat waren in den Petrischalen fast nur noch Zellen mit hTcCyp zu finden, die anderen waren an dem Virus gestorben.

In einem weiteren Schritt injizierten die Wissenschaftler Mäusen menschliche Immunzellen, die hTcCyp enthielten.

Die mit HIV infizierten Tiere wiesen nach zwei Wochen dank des neuen Proteins deutlich mehr Immunzellen und weniger Virenzellen im Blut auf. Die Forscher hoffen, dass das Protein bald auch beim Menschen eingesetzt werden kann.
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