Mönchengladbach - Mit Allergie auf Reisen: Nur gut informiert in den Urlaub starten

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Mit Allergie auf Reisen: Nur gut informiert in den Urlaub starten

Von: Elke S. Gersmann, ddp
Letzte Aktualisierung:

Mönchengladbach. Allergiker haben es bei der Urlaubsplanung doppelt schwer: Sie müssen nicht nur entscheiden, wohin sie reisen möchten, sondern auch, wohin sie reisen können.

Während Betroffene zu Hause für eine möglichst allergenfreie Umgebung sorgen und bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen können, sind sie den Gegebenheiten am Urlaubsort mehr oder weniger ausgeliefert.

Deshalb sei es für Allergiker unerlässlich, sich gut über das angepeilte Reiseziel zu informieren, mahnt Anja Schwalfenberg, Beraterin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB).

Allerdings sei das nicht so einfach: „Im Prinzip kann sich jedes Hotel als Allergiker-geeignet darstellen, denn es gibt dafür kein geprüftes Gütesiegel.”

Deshalb kann der Umfang der Ausrichtung auf Allergiker stark schwanken. Schwalfenbach rät, genau nachzufragen - „auch wenn das etwas penetrant wirken kann”.

Sonst könnte es im schlimmsten Fall passieren, dass der Urlaub abgebrochen werden muss. Denn manche Reisende reagieren so stark auf das betreffende Allergen, dass schon die von Angestellten an der Kleidung mitgebrachten Katzenhaare oder der nahegelegene Bauernhof zu Beschwerden führen.

Wichtig ist vor allem für Hausstauballergiker die Einrichtung der Unterkunft. Werden Staubsauger mit speziellen Filtern genutzt, ist das Zimmer frei von Polstermöbeln, sind Matratzenüberzüge für die Betten vorhanden? Bucht man seinen Urlaub im Reisebüro, sei es ratsam, sich die entsprechenden Hoteleigenschaften schriftlich bestätigen zu lassen.

Für Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie ist es außerdem unerlässlich, nach der Verpflegung beziehungsweise speziellen Menüs zu fragen.

„Wer im Ausland auch im Restaurant essen gehen will, sollte Kärtchen mit Fragen nach den unverträglichen Inhaltsstoffen in der Landessprache mitnehmen”, empfiehlt die Expertin. Es gibt bei der Europäischen Verbraucherzentrale in Kiel aber auch den Sprachführer „Mit Allergien auf Auslandsreisen”, den man im Internet auf http://www.evz.de unter dem Menüpunkt „Gesundheit” herunterladen kann.

Mit der Wahl des Urlaubsziels könnten Beeinträchtigungen gleich weitgehend vermieden werden, sagt Schwalfenberg. Besteht eine Schimmelpilz- oder Hausstaub-Allergie, ist das Gebirge zu empfehlen: „Ab einer Höhe von rund 1500 Metern können die Pilze und Milben in der Regel nicht überleben.” Auch Heuschnupfengeplagte fühlen sich dort wohler als im Tal.

Für sie ist auch Urlaub am Meer geeignet. Denn vor allem an der Nordsee gibt es überwiegend Westwind, der über das Meer kommt und keine Pollen mit sich bringt.

Allerdings müsse man trotzdem damit rechnen, dass der Wind auch einmal vom Festland komme, schränkt die Allergie-Beraterin ein. Aufgrund der anderen Vegetation könne für Pollenallergiker auch ein Urlaub am Mittelmeer infrage kommen.

Es bestehe jedoch die Gefahr einer Kreuzreaktion: „Vor kurzem wurde festgestellt, dass Menschen mit einer Empfindlichkeit auf Eschenpollen auch Probleme mit den Pollen der Olivenbäume bekommen können.”

Notwendige Medikamente gehören in ausreichender Menge ins Gepäck. Vor allem im Ausland sei nicht immer gewährleistet, dass es die jeweilige Arznei gibt, warnt Schwalfenberg.

Sollte es doch einmal zu Problemen kommen, ist ein Allergiepass hilfreich. Personen mit starken Allergien sollten ein vom Arzt zusammengestelltes Notfallset mitnehmen.

Ist man beispielsweise auf einer Rundtour mit fremden Mitreisenden unterwegs, ist es empfehlenswert, diese über die Allergie und ihre möglichen Auswirkungen zu informieren. Dann können diese bei einem allergischen Schock richtig reagieren. Weitere Informationen gibt es beim DAAB, Telefon 02161/814940, http://www.daab.de .
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