Menschliche Nervenzellen kommunizieren mit Mäusegehirn

Von: dpa
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Bonn. Bonner Forscher haben aus menschlichen embryonalen Stammzellen funktionierende Nervenzellen hergestellt und sie in das Gehirn von Mäusen transplantiert. „Das ist der erste direkte Beweis, dass sich Nervenzellen aus menschlichen Stammzellen in die Schaltkreise eines Gehirns integrieren können”, sagte der Erstautor der Studie, Philipp Koch von der Universität Bonn.

Nach Angaben der Universität vom Montag sind unter den gewonnenen Nervenzellen auch solche, die bei der Parkinson-Krankheit ausfallen.

Die zunächst aus den embryonalen Stammzellen gewonnenen Gehirnstammzellen lassen sich den Angaben zufolge nicht nur nahezu unbegrenzt in Kultur halten, sondern können auch als unerschöpfliche Quelle für verschiedene Nervenzelltypen dienen.

„Die Gehirnstammzellen funktionieren wie eine unerschöpfliche Quelle: Sie liefert über Monate und Jahre menschliche Nervenzellen”, erläuterte Arbeitsgruppenleiter Prof. Oliver Brüstle. Die Ergebnisse sind in den „Proceedings” der US-Akademie der Wissenschaften („PNAS”; online vorab) erschienen.

Mit den künstlich gewonnenen Nervenzellen führen die Wissenschaftler zwei Ansätze der Stammzellforschung zusammen. Sie entwickelten aus embryonalen Stammzellen eine Art adulte Stammzellen - die Gehirnstammzellen. Aus diesen konnten Sie dann verschiedene Nervenzelltypen gewinnen.

Der Bedarf an embryonalen Stammzellen als Ausgangsmaterial könne nun reduziert werden, sagte Brüstle. In einem nächsten Schritt wollen die Forscher die Stammzellen in ein - beispielsweise an Parkinson - erkranktes Tier einbringen und prüfen, ob sie die Symptome lindern können.

(Fachartikelnummer: DOI 10.1073/pnas.0808387106)

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