Medizinerin: Neuregelung der Organspende hilft Angehörigen

Von: Elke Silberer, dpa
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Aachen. Die geplante Neuregelung der Organspende ist aus Ärztesicht für Angehörige eine Entlastung.

„Für Angehörige ist es schlimm, wenn sie nicht wissen, was der Verstorbene wollte”, sagt die Transplantationsbeauftragte am Aachener Universitätsklinikum, Melanie Schäfer.

Infrage für eine Organspende kämen intensivmedizinisch versorgte Hirntote, bei denen der Kreislauf durch Maschinen aufrechterhalten wird. Ärzte seien in solchen Fällen verpflichtet, mit Angehörigen über eine Organspende zu sprechen.

„Je weniger die Angehörigen von Organspende wissen, desto schwieriger wird es, das anzusprechen”, sagte die Intensivmedizinerin. In der ohnehin schon sehr traurigen und belastenden Situation sei es sehr hart, sich mit dem Thema zu befassen.

„Die lehnen dann eine Spende oft ab, weil sie nicht wissen, was der Verstorbene wollte”, sagte Schäfer. Wenn es keinen Organspendeausweis oder eine Willenserklärung gebe, müssten die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Toten entscheiden. Bei der gesetzlichen Neuregelung sollen Krankenkassen die Versicherten zu ihrer Spendenbereitschaft befragten. Ursache für einen Hirntod sind nach Angaben der Medizinerin vor allem Schlaganfall oder Hirnblutung. Unfälle führten deutlich seltener zum Hirntod.

Voraussetzung für eine Organspende sei eine intensivmedizinische Behandlung. In vielen Patientenverfügungen werde das aber abgelehnt. „Trotzdem ist auch für die eine Äußerung zur Organspende sinnvoll”, sagte Schäfer. Es gebe Notfälle, in denen Patienten mit völlig unklarer Diagnose und vielleicht auch fehlenden Personalien intensivmedizinisch versorgt werden und dann einen Hirntod erleiden. „Dann ist es sinnvoll zu wissen, was der Mensch gewollt und gedacht hat”, sagte die Transplantationsbeauftragte.
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