Maßvoll dosiert kann Bier gesund sein

Von: dpa
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Bier
Ein Krug mit Weizenbier neben einem Fahrradhelm und einer Sportsonnenbrille: Bier als Heilmittel - auf diese Strategie setzen immer mehr Brauereien. Foto: ddp

Berlin. Bierkonsum macht hungrig - und wer viel Hunger hat, isst meist mehr. Verantwortlich dafür ist der im Bier enthaltene Hopfen, neben Malz und Wasser die einzige nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516 erlaubte Zutat. „Hopfen wird eine appetitanregende Wirkung zugeschrieben”, sagte Prof. Frank-Jürgen Methner vom Fachbereich Brauwesen der Technischen Universität Berlin.

Das Doldengewächs rege die Magensäureproduktion an, erläuterte der Wissenschaftler in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst anlässlich des „Tag des deutschen Bieres” am Donnerstag (23. April).

Der Hopfen verführt Biertrinker also oft dazu, kräftig zuzulangen. Ob das - neben dem enthaltenen Alkohol - so gut für die Gesundheit ist, muss laut Methner jeder selbst entscheiden. Fest stehe aber, dass der Hopfen ansonsten eine immer größere gesundheitliche Bedeutung gewinnt. „Aus unseren eigenen Forschungsarbeiten wissen wir, dass er zum antioxidativen Potenzial beiträgt.” Das heißt: Die Wirkstoffe im Hopfen schützen vor Zellschäden, indem sie im Körper freie Sauerstoffradikale abfangen. Diese können sehr aggressiv sein und in den Zellen schädigende oxidative Reaktionen auslösen.

Darüber hinaus enthält Hopfen den Wirkstoff Xanthohumol, der womöglich Krebs heilen kann. „Die Konzentration im Bier ist aber leider zu gering, um eine pharmakologische Wirkung zu zeigen”, sagte Methner. Nur wer 30 bis 50 Liter am Tag trinke, käme eventuell auf eine ausreichende Menge Xanthohumol - ein allerdings nicht ernst zu gemeinter Ratschlag.

Im Gegensatz zu manch begleitender Speise gilt Bier selbst als gut bekömmlich. Enthalten sind bestimmte Kohlenhydrate, die vom Körper langsam aufgenommen werden. „Das belastet den Blutzuckerspiegel nicht so stark wie andere Kohlenhydratquellen”, erklärt der Wissenschaftler. Dadurch sei Bier ähnlich nahrhaft wie Brot - nicht umsonst werde es auch als „flüssiges Brot” bezeichnet.

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