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Magnetstimulation hilft gegen Migräne

Von: ddp
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London. Bestimmte Migräneformen können mit Hilfe von Magnetwellen erfolgreich therapiert werden.

Das haben US-Forscher nach Tests mit 164 Patienten herausgefunden, die unter Migräne mit Aura litten. Die Probanden bekamen Spezialanfertigungen von Magnetspulen mit nach Hause, mit denen sie sich bei drohenden Kopfschmerzattacken selbst behandeln sollten.

39 Prozent der Patienten berichteten, die Schmerzen seien nach der Behandlung verschwunden und selbst nach 48 Stunden nicht wiedergekehrt. Das Ergebnis lasse alle hoffen, bei denen eine medikamentöse Therapie nicht möglich sei, berichten Richard Lipton vom Albert Einstein College of Medicine in New York und seine Kollegen im Fachmagazin „The Lancet Neurology”.

Unter Migräne werden attackenartig auftretende Kopfschmerzen verstanden, die bis zu drei Tagen anhalten können und mit weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit einhergehen. Bei etwa 15 Prozent der Betroffenen kündigt sich die Migräne durch eine sogenannte Aura an: Die Patienten haben für 30 bis 60 Minuten Lichtblitze oder ein Flimmern vor den Augen, nehmen Objekte größenverzerrt wahr oder verfügen über ein eingeschränktes Gesichtsfeld.

Da Migränemedikamente nicht bei jedem Patienten und nicht zu häufig eingesetzt werden dürfen, suchen Wissenschaftler bereits seit langem nach alternativen Therapieformen. Eine solche könnte die sogenannte Transkranielle Magnetstimulation sein, welche Lipton und sein Team nun erprobt haben. Dabei wird eine Magnetspule am Hinterkopf des Patienten angelegt und kurzzeitig ein Magnetfeld erzeugt. Dieses soll die - bei Migränepatienten mit Aura - häufig beobachtete erhöhte Erregbarkeit der Hirnrinde wieder herunterregulieren und dadurch die Symptome ausschalten.

Im Versuch erhielt die Hälfte der 164 Probanden je eine speziell angefertigte, besonders benutzerfreundliche Magnetspule mit nach Hause. Die andere Hälfte bekam eine Attrappe, die jedoch beim Betätigen des Startknopfes das gleiche Klickgeräusch machte wie das echte Gerät. Beide Gruppen sollten auftretende Migräneattacken mit Hilfe der Magnetspule behandeln - Medikamente zur akuten Schmerzbehandlung waren den Probanden während des Testzeitraums von drei Monaten untersagt.

Zwar berichteten auch 22 Prozent der Mitglieder der Placebo-Gruppe, ihre Schmerzen seien verschwunden, jedoch waren es in der Gruppe mit echten Geräten 39 Prozent, also signifikant mehr. Auch andere Migränesymptome wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit gingen durch die Behandlung zurück. Die Schmerzbekämpfung funktionierte umso besser, je früher die Magnetspulen bei einer beginnenden Attacke zum Einsatz kamen.
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