Berlin - Krank zur Arbeit gehen erhöht psychische Belastung

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Krank zur Arbeit gehen erhöht psychische Belastung

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Berlin. Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben und nicht zur Arbeit gehen. Das klingt banal, ist in Deutschland aber längst nicht mehr selbstverständlich.

Viele Arbeitnehmer setzten sich selbst unter Druck und machten sich auch dann auf den Weg zur Arbeit, wenn ihr Arzt sie längst krankgeschrieben hätte, sagte Helmut Schröder, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), am Freitag dem dpa-Themendienst.

Präsentismus ist der Fachbegriff dafür. Auch dies sei ein Grund dafür, dass der Anteil der psychischen Erkrankungen als Ursache für Fehlzeiten steigt, wie das Institut gerade ermittelt hat.

Den WIdO-Daten zufolge sind psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für Frühverrentungen und die vierthäufigste Ursache für Krankschreibungen.

Wichtig sei es, in den Unternehmen eine Kultur zu entwickeln, bei der Präsentismus nicht gefördert wird und Mitarbeiter keine Angst davor haben, bei Krankheit zu Hause zu bleiben, sagte Schröder.

Wenn Mitarbeiter krank zur Arbeit gehen, sei das langfristig für alle zum Nachteil: „Die Folgekosten sind umso höher, wenn die Erkrankung später dann umso länger dauert.”

Gelingt es, den Präsentismus einzudämmen, sei das dagegen eine „Win-Win-Situation”: „Davon profitieren Arbeitnehmer, Arbeitgeber und auch die Krankenkassen.”
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