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Koma-Trinken: Erstmals mehr Mädchen als Jungen betroffen

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Das so genannten Komasaufen Jugendlicher wird zunehmend zu einem Problem. Foto: ddp

Berlin. Immer mehr Kinder und Jugendliche landen nach Alkoholexzessen im Krankenhaus - erstmals betrinken sich dabei mehr junge Mädchen als Jungen besinnungslos. Mit 23.165 jungen Leuten zwischen 10 und 20 Jahren wurden 2007 so viele wie nie zuvor in Deutschland mit Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt, wie die Drogenbeauftragten Sabine Bätzing (SPD) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin mitteilte.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl um 20 Prozent zu. Seit der ersten Erhebung im Jahr 2000 ist es ein Anstieg um 143 Prozent.

„Eine wirklich erschreckende Entwicklung ist der rasante Anstieg bei den Mädchen”, so Bätzing. Fast 2000 Mädchen und mehr als 1800 Jungen zwischen 10 und 15 Jahren waren so stark betrunken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Zahl der betroffenen Mädchen habe sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt.

Bätzing kritisierte, der Jugendschutz werde nicht genug beachtet. Der Verkauf von Alkohol unter 16-Jährige ist verboten. „Die Selbstkontrolle der Alkoholwerbung muss deutlich verbessert werden und Verstöße müssen hart sanktioniert werden.” Vor allem forderte sie ein strenges Vorgehen bei Werbung, die sich gezielt an Jugendliche richtet - „wie bei einigen Biermischgetränken”.

Die Drogenbeauftragte rief die Bundesländer dazu auf, nach dem Beispiel Niedersachsens unter Federführung der Polizei flächendeckende Testkäufe zu machen. Bei Testkäufen besorgen Jugendliche unter Aufsicht der Behörden Alkohol, um Verstöße von Händlern oder Gastronomen aufzudecken.

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