Boston - Kleiner Hoffnungsschimmer für Alzheimer-Patienten im Frühstadium

Kleiner Hoffnungsschimmer für Alzheimer-Patienten im Frühstadium

Von: Marilynn Marchione, dapd
Letzte Aktualisierung:

Boston. Hoffnungsvoller Blick in Richtung USA: Dort beschäftigt sich ein Pharmakonzern mit einem Wirkstoff gegen Alzheimer.

Zunächst hatten zwei Phase-3-Studien, die im Sommer veröffentlicht worden waren, ergeben, dass das Mittel nicht die gewünschte Wirkung zeigt. Ein zweiter Blick ergab jetzt allerdings, dass der Wirkstoff bei Alzheimer-Patienten im Frühstadium den Krankheitsverlauf verlangsamen könnte.

Im August hatte das Unternehmen Eli Lilly mitgeteilt, dass der Antikörper Solanezumab bei Studien keine Verbesserung bei Alzheimer-Patienten bewirkt habe - weder im kognitiven Bereich noch in dem der Funktionstüchtigkeit. An den Studien hatten jeweils rund 1.000 Betroffene mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren teilgenommen, zwei Drittel davon im Alzheimer-Frühstadium, ein Drittel im fortgeschrittenen Stadium.

Auf einer Tagung der Amerikanischen Neurologischen Gesellschaft im Oktober in Boston stellte die Medizinerin Rachelle Doody nun eine unabhängige Analyse der Eli-Lilly-Studien vor, die unter ihrem Vorsitz von mehreren Wissenschaftlern durchgeführt worden war. Ergebnis: Bei Alzheimer-Patienten in einem sehr frühen Stadium schritt die Krankheit langsamer voran, wenn sie Solanezumab genommen hatten.

„Der Unterschied ist gering”, betonte die Forscherin aus Houston in Texas. Wie sie bezeichneten aber auch andere Experten die Ergebnisse als ermutigend, wenn auch längst nicht ausreichend. Weitere Forschung sei nötig. „Ich will nicht zu enthusiastisch sein, es ist der Hauch eines Signals”, sagte der Alzheimer-Experte Sam Gandy von der Mount Sinai School of Medicine in New York. „Es ist bestimmt nicht das, was wir uns erhofft haben, aber die Resultate sind ermutigend”, erklärte Maria Carillo vom amerikanischen Alzheimer-Verband.

Ronald Petersen von der Mayo-Klinik in Minnesota beschrieb die Wirkung des Mittels als „subtil”. Das Ergebnis bedeute nicht viel mehr, „als dass sich jemand von einer Liste mit 15 Wörtern eines mehr merken kann”, sagte er. Er betonte, dass Solanezumab, sollte es als Medikament zugelassen werden, wahrscheinlich teuer sein werde. „Das bedeutet, dass wir über die Wirksamkeit mehr wissen müssen”, um die Ausgaben zu rechtfertigen, betonte er.
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