Kassen für bessere Erprobung neuer Klinik-Behandlungen

Von: Basil Wegener, dpa
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Berlin. Die Krankenkassen erhöhen den Druck für Kliniken in Deutschland hin zu einer besseren Erprobung neuer Behandlungsmethoden. „An vielen Stellen werden an Krankenhäusern neue Methoden eingesetzt, die nicht erprobt sind und über die es keine Studien gibt”, sagte die Vorsitzende des Kassen-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. „Hier muss ein Umdenken stattfinden.”

Nötig sei eine Qualitätssicherung ähnlich wie bei den Arzneimitteln. „Wir brauchen eine Nutzenbewertung”, sagte Pfeiffer. „Diese Bewertungen sollten durch den Gemeinsamen Bundesausschuss initiiert werden.” Das Spitzengremium von Ärzten, Kassen und Kliniken spielt bereits eine zentrale Rolle bei der Bewertung neuer Arzneimittel.

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„Wenn keine Studien vorliegen, sollte eine Studie durchgeführt und die Methode geprüft werden müssen”, forderte Pfeiffer. „In der Zwischenzeit sollte die Methode nur in bestimmten Innovationszentren unter kontrollierten Bedingungen angewendet werden.” Die Patienten könnten so schnell und sicher auch mit modernsten Methoden versorgt werden. „Daran sollte eine ganze Reihe von Kliniken beteiligt sein, die bei den einzelnen neuen Behandlungsmethoden an einer Studie teilnehmen.”

Zum Beispiel gebe es bei den Medizinprodukten keine ausreichenden Qualitätsprüfungen. „So gibt es medikamentenbeschichtete Ballonkatheter für Herzpatienten, die bei uns breit angewendet werden, obwohl nur ein geringer Vorteil für eine sehr kleine Gruppe von Patienten nachgewiesen ist”, erläuterte Pfeiffer. „In den USA sind diese Katheter nicht zugelassen.”

Nach entsprechenden Forderungen Pfeiffers im vergangenen Jahr hatten die Krankenhausträger davor gewarnt, dass medizinische Innovationen bei einer Umsetzung behindert würden.
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