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Kalorienarmes Essen verbessert das Gedächtnis

Von: ddp
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Gemüse / Blumenkohl
Gesund essem im Winter: Da stehen besonders die Kohlsorten auf dem Speiseplan. Foto: M. Priemer

Washington. Wenn Menschen weniger Kalorien essen, verbessert sich ihre Gedächtnisleistung. Das haben Wissenschaftler von der Universität Münster in einer Studie mit älteren Freiwilligen herausgefunden.

Zurückzuführen ist der Effekt wahrscheinlich auf eine Abnahme des Insulinspiegels während des Fastens und eine Dämpfung von Entzündungsprozessen im Körper - beides kann sich positiv auf das Erinnerungsvermögen auswirken.

Die Einnahme von ungesättigten Fettsäuren zeigte hingegen anders als in Tierversuchen keine Auswirkungen. Die Forscher um Veronica Witte veröffentlichen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „PNAS” (DOI: 10.1073/pnas.0808587106)

Aus früheren Studien war bereits bekannt, dass sich die geistigen Fähigkeiten von Ratten verbessern, wenn sie mehr ungesättigte Fettsäuren und weniger Kalorien zu sich nehmen. Die Forscher testeten nun, ob es diese Effekte auch beim Menschen gibt.

An ihrem Versuch nahmen 50 Senioren teil - alle gesund und im Schnitt sechzig Jahre alt. Die Forscher teilten die Probanden in drei Gruppen, von denen sie zwei auf Diät setzten: Die erste Gruppe aß 30 Prozent weniger Kalorien als gewöhnlich. Die zweite Gruppe aß 20 Prozent mehr gesättigte Fettsäuren. Die dritte Gruppe diente zum Vergleich und änderte nichts an den Essgewohnheiten.

Die Forscher verglichen die Ergebnisse von Gedächtnistests vor der Diät und nach drei Monaten Fastenkur. Die Gruppe mit der reduzierten Kalorienzufuhr hatte nicht nur abgenommen, sondern konnte sich deutlich besser Wörter merken. Blutuntersuchungen zufolge verringerte sich während der Diät außerdem die Konzentration des Hormons Insulin und des Proteins TNF-alpha, das an Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Bei den anderen beiden Gruppen zeigten sich keine derartigen Veränderungen.

Die Forscher fanden auch eine mögliche Erklärung für den Effekt: Energiereiche Nahrung mit vielen Kalorien wird im Körper in Zucker aufgespaltet. Um einen hohen Blutzuckerspiegel zu regulieren, wird Insulin ausgeschüttet. Insulin signalisiert dem Körper, dass er den Zucker aus dem Blut entfernen und in eine Speicherform überführen soll.

Das Hormon spielt aber auch eine Rolle bei der Signalübertragung im Gehirn. Senkt nun kalorienarme Ernährung den Insulinspiegel, so erhöht sich dadurch unter anderem die Flexibilität der Nervenverbindungen im Gehirn. Das sei einer der Gründe für das bessere Gedächtnis beim Fasten, glauben die Forscher. Sie vermuten, dass auch die Abnahme der TNF-alpha-Menge positiv auf das Erinnerungsvermögen wirkt und zudem den beschriebenen Insulin-Effekt unterstützt.
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