Jetlag: Zeitverschiebung macht vielen Urlaubern zu schaffen

Von: Elke Gersmann, ddp
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Flugzeug / Sonnenuntergang / Jetlag
Nach einem Langstreckenflug fühlen sich viele nicht besonders fit. So ein Flug ist anstrengend - und der Jetlag hat einen voll im Griff. Die innere Uhr ist aus dem Gleichgewicht geraten. Foto: ddp

Düsseldorf. Nach einem Langstreckenflug fühlen sich viele nicht besonders fit. So ein Flug ist anstrengend - und der Jetlag hat einen voll im Griff. Die innere Uhr ist aus dem Gleichgewicht geraten. „Das passiert, wenn in Richtung Westen oder Osten mehr als vier Zeitzonen überflogen werden”, sagt Ulrich Klinsing, Vorsitzender des Deutschen Fachverbandes Reisemedizin.

Der menschliche Körper sei auf einen 24-Stunden-Tag eingestellt, je nach Flugrichtung werde dieser künstlich verlängert oder verkürzt. Das bringe den gewohnten Wach- und Schlafrhythmus durcheinander und habe Auswirkungen auf den gesamten Organismus, sagt Klinsing. „Denn die Organfunktionen sind an bestimmte Zeitabläufe gekoppelt und die Hormonproduktion ist auf die Tageszeiten abgestimmt.”

Der Körper müsse sich erst an die neue Zeit anpassen. Das dauere einige Tage. Die Folge: Schlafstörungen, Schwindel, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen - und schlechte Laune. Damit der Urlaub nicht gleich mit einem Streit beginnt, ist es gut zu wissen, dass ein Jetlag nicht nur müde sondern auch mürrisch machen kann.

Der Jetlag trifft nicht alle gleich stark: „Es ist zu beobachten, dass es mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird, die Zeitverschiebung zu kompensieren”, sagt der Experte. Auch die Flugrichtung spiele eine Rolle. Offensichtlich komme der Körper mit der Tagverlängerung, das heißt dem Flug in Richtung Westen besser klar, als mit der Tagverkürzung. Wer in den Urlaub nach Amerika reise, werde sich in der Regel nach der Ankunft schneller an die neue Zeit gewöhnen als derjenige mit dem Ziel Asien.

Ganz vermeiden lässt sich der Jetlag bei Langstreckenflügen nicht. Es gibt jedoch einige Tipps, damit er nicht so schlimm ausfällt. So kann man sich schon zu Hause der neuen Zeitzone annähern, indem man sukzessive etwas später ins Bett geht oder früher aufsteht und seine Mahlzeiten im gleichen Maße verschiebt.

Sitzt man dann im Flieger, ist die mentale Komponente nicht zu unterschätzen: „Es ist ratsam, nach Betreten des Flugzeuges die Uhr sofort auf die neue Zeit umzustellen”, rät Klinsing. So könne man sich selbst überlisten.

Kontraproduktiv sei dagegen, sich zwischendurch oder nach der Ankunft regelmäßig in Erinnerung zu rufen, wie spät es jetzt am Heimatort ist. Während des Fluges sollte man auf Alkohol verzichten und stattdessen viel Flüssigkeit in Form von Wasser zu sich nehmen. „Das hat zwar keine direkte Auswirkung auf den Jetlag, unterstützt den Körper aber bei seinen Anpassungsreaktionen”, sagt Klinsing.

Am Urlaubsziel angekommen, sollte man sich sofort auf die dortige Zeit einstellen. Also nicht schlafen gehen, wenn es noch hell ist. Statt dessen rät der Reisemediziner, einen Spaziergang zu machen: „Der wichtigste Taktgeber für die innere Uhr ist das Tageslicht.” Es helfe Jetlaggeplagten, wach zu bleiben.

Wichtig sei, sagt Klinsing, dass der vom Jetlag geschwächte Körper nach der Reise genügend Ruhe erhält. Man sollte ihm also möglichst nicht gleich am nächsten Tag Höchstleistungen abverlangen. Das könne dazu führen, dass die Umstellung auf die neue Zeit noch länger dauere.

Der Jetlag ist übrigens, wie der Name schon andeutet, ein relativ neues Phänomen: „Die Zeitverschiebung wird für den Organismus nur durch die Geschwindigkeit des Fliegens zu einem Problem. Ist man mit dem Schiff unterwegs, spürt man nichts davon”, sagt der Experte.
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