Jena - Jenaer Forscher haben neuen Wirkstoff gegen Tuberkulose entwickelt

AN App

Jenaer Forscher haben neuen Wirkstoff gegen Tuberkulose entwickelt

Letzte Aktualisierung:
tuberkulose_resistent
Eine Krankenschwester bereitet eine Injektion für einen Tuberkulose-Patienten in Alem Kitmama in Äthiopien vor (Foto Juni 2002). Tbc-Erreger können sich im Körper in sogenannten Tuberkeln abkapseln und darin ausharren, ohne vom Immunsystem erkannt zu werden. In diesem Dämmerzustand können Arzneien den Bakterien nichts anhaben. Deshalb ist die Krankheit bis heute schwierig zu behandeln. Ein Impfstoff könnte jedoch die Welt von der Krankheit befreien, sagt Molekularbiologe Timo Ulrichs. Deshalb konzentrieren sich die Anstrengungen vieler Forscher auf die Entwicklung eines Serums. Foto: ddp

Jena. Im Kampf gegen die gefährliche Infektionskrankheit Tuberkulose haben Forscher aus Jena einen neuen Wirkstoff entwickelt. Ein US-Pharmakonzern habe sich bereits die Exklusivlizenz gesichert und wolle ein neues Medikament auf den Markt bringen, teilte ein Sprecher des Hans-Knöll-Instituts in Jena am Donnerstag mit.

Der Wirkstoff sei auch gegen die besonders bedrohlichen Antibiotika- resistenten Tuberkulose-Erreger wirksam, gegen die es bislang praktisch keine Therapie gebe. Weltweit sterben jährlich rund 2,5 Millionen Menschen am „weißen Tod”.

Die zur Gruppe der Benzothiazinone gehörende Substanz habe in Laborversuchen den Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis effizient abgetötet. An infizierten Mäusen wurde nach Angaben des Instituts außerdem nachgewiesen, dass der Wirkstoff die tödliche Krankheit heilen kann, ohne für die Tiere selbst schädlich zu sein. Neu an den Benzothiazinonen: Sie greifen die Tuberkulosebakterien an einer anderen zellulären Struktur an als alle bekannten Tuberkulosemedikamente.

Die Tuberkulose ist auch heute noch eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. Sie tritt besonders in armen Regionen auf, hat aber auch in Industriestaaten vor allem als Folgekrankheit der Immunschwäche AIDS sowie durch Migration und Tourismus eine Renaissance erfahren.

Eine besondere Zellwandstruktur der Erreger sei verantwortlich dafür, dass es bisher nur wenige Medikamente gebe, die eine Infektion wirksam zurückdrängen können, teilte das Institut mit. Dabei sei bislang eine mehrmonatige Behandlung mit einer Kombination aus bis zu vier verschiedenen Arzneistoffen erforderlich. Vor allem für die Entwicklungs- und Schwellenländer würden hochwirksame, billige Medikamente benötigt. Ein besonderes Problem stellen bislang die multiresistenten Mykobakterien dar, denen die heute verfügbaren Antibiotika nichts mehr anhaben können und die sich weltweit rasant ausbreiten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert