Meckenheim - Jede dritte Hebamme muss ihren Beruf aufgeben

CHIO-Header

Jede dritte Hebamme muss ihren Beruf aufgeben

Von: Annika Bünder, dpa
Letzte Aktualisierung:
Hebamme
Hebamme Anne-Kathrin Wohlgebohren aus Gadebusch (Nordwestmecklenburg) betreut bei einem Hausbesuch den sechs Wochen alten Kilian in Brüsewitz. Der Deutsche Hebammenverband befürchtet, dass mit steigenden Haftpflichtprämien und stagnierenden Honoraren weitere freie Hebammen die Geburtshilfe aufgeben werden. Foto: dpa

Meckenheim. Jede dritte freiberufliche Hebamme in Nordrhein-Westfalen muss wahrscheinlich ihren Beruf aufgeben. Grund sei die Erhöhung der Beiträge für die Haftpflichtversicherung um fast 50 Prozent, sagt die Vorsitzende des Landesverbandes der Hebammen Nordrhein-Westfalen, Angelika Josten (Meckenheim).

„Die freie Praxis ist so nicht haltbar.” Zwar hätten einige Krankenhäuser angekündigt, die erhöhten Beiträge für die Hebammen zu zahlen. Auf Dauer sei das jedoch keine Lösung, weil die Häuser das finanziell nicht lange stemmen könnten, sagte Josten.

Um ihre berufliche Zukunft zu retten, wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche freie Hebammen und Beleghebammen politisch aktiv. „In allen Bundesländern wurden im Sommer Mahnwachen abgehalten”, berichtete die Verbandsvorsitzende. „Bereits im Frühjahr unterschrieben über 180.000 Leute eine Petition.” Die Politiker hätten darauf jedoch noch immer nicht reagiert. Unter den Geburtshelferinnen herrsche deshalb große Unsicherheit, weil sie nicht wüssten, wie es zukünftig weiterginge.

Am Donnerstag dieser Woche soll eine Mahnwache in Berlin stattfinden: „Wir kommen derzeit nicht vor und nicht zurück. Wir treten auf der Stelle. Seitens der Politik ist einfach noch nichts gemacht worden”, beklagte Josten. Während der Aktion in Berlin wollen die Hebammen das Gespräch mit den Politikern suchen. „Es muss endlich etwas passieren”, forderte die Verbandsvertreterin.

Das Problem, dass freie Hebammen ­und Beleghebammen ­für ihre Arbeit zu niedrige Löhne erhielten, sei nicht neu: „Wir wurden schon immer schlecht bezahlt”, meint Josten. „Erst seit 125 Jahren gibt es eigene Hebammenverbände,­ und selbst das scheint unsere finanzielle Situation nicht wirklich zu verbessern, wie das jüngste Beispiel zeigt.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert