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Initiativen: Tschernobyl-Kinder brauchen Erholung in Deutschland

Von: epd
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Tschernobyl war das schlimmste Reaktorunglück in der Geschichte. Noch heute leidet eine ganze Region unter den Folgen. Daher sollten Kindern aus den Gebieten weiterhin Erholungsurlaube in Deutschland ermöglicht werden, fordern Tschernobyl-Initiativen.

Geseke. Kinder aus Gebieten, die durch den Reaktorunfall von Tschernobyl verstrahlt wurden, brauchen weiterhin Erholungsaufenthalte in Deutschland. Dafür sprachen sich Tschernobyl-Initiativen am 23. Jahrestag nach der Katastrophe am Sonntag bei einer Tagung des Internationalen Bildungs- und Begegnungszentrums (IBB) im westfälischen Geseke aus.

Die Gruppen laden jedes Jahr 8.000 Kinder nach Deutschland oder in eigens gebaute Ferienzentren in unverstrahlte Gebiete Weißrusslands ein. „Die Kinder brauchen diese Erholung zur Stärkung des Immunsystems”, sagte der Arzt Ludwig Brügmann von der Initiative „Heim statt Tschernobyl”.

Der Süden Weißrusslands, der an Tschernobyl in der Ukraine angrenzt, war von der radioaktiven Strahlung am stärksten betroffen. „Dort leiden viele Menschen an Schilddrüsenkrebs, der allerdings heilbar ist, wenn er frühzeitig erkannt wird,” sagte Brügmann. Deshalb würden die Kinder bei ihren Erholungen auch eingehend untersucht.

Die Tschernobyl-Gruppen beklagten übereinstimmend, dass das Interesse an diesem Engagement erlahme. „Wir haben Schwierigkeiten, in Deutschland und Weißrussland junge Menschen zu finden, die sich für die Unterstützung der Opfer der Katastrophe engagieren,” sagte Astrid Sahm, Vorsitzende der Gruppe „Nadeshada”.

Mit Workcamps in Weißrussland, bei denen Häuser für Umsiedler gebaut werden, sollen Jugendliche aus beiden Ländern für die Arbeit gewonnen werden, kündigte Sahm an.

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