Aachen/Düsseldorf - In Roetgen ist die Hausärztelage am kritischsten

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In Roetgen ist die Hausärztelage am kritischsten

Von: dpa
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Krankenkassen Ärzte Arztbesuch
Ärzte untersuchen einen Patienten. Foto: ddp

Aachen/Düsseldorf. In Roetgen könnte die Not am größten werden. Auf der Liste der Gemeinden, „in denen die Gefährdung der hausärztlichen Versorgung droht”, steht die Eifelgemeinde jedenfalls auf Platz 1.

Zusammen mit der Eifelgemeinde Dahlem und Rosendahl im Kreis Coesfeld. Insgesamt stehen elf Kommunen aus der Städteregion Aachen und den Kreisen Düren und Heinsberg auf der Landesliste.

„Wenn wir eine aktuelle Momentaufnahme machen, dann leiden wir keine Not”, sagt Roetgens Bürgermeister Manfred Eis. Zwei Allgemeinmediziner mit Kassenzulassung gibt es nach Angaben des Bürgermeisters derzeit in dem 8500-Bürger-Ort. Dazu ein Internist. Aber alle drei sind „mindestens Mitte 50”. Mit Blick auf die nächsten fünf bis zehn Jahre sagt Eis: „Da wird es schon eng.”

Genau diese Zeitspanne hat auch das Gesundheitsministerium mit seiner Initiative im Blick. Mit einer Prämie von bis zu 50.000 Euro will Minister Karl-Josef Laumann (CDU) Mediziner als Hausarzt aufs Land locken. Das Geld werde für Sachkosten bei der Gründung oder Übernahme einer Praxis in Kleinstädten und Gemeinden gezahlt, in denen ein Hausärztemangel drohe, teilte er am Donnerstag in Düsseldorf mit. Für das Programm stelle das Land in diesem und im kommenden Jahr jeweils 1,5 Millionen Euro bereit.

Auch Laumann betont: „Noch haben wir keinen wirklichen Ärztemangel.” Landesweit aber werde in den kommenden zehn Jahren gut ein Drittel der Hausärzte aus Altersgründen die Praxis aufgeben und womöglich keinen Nachfolger finden. Das drohe vor allem in kleineren Orten. Deshalb müsse vorgesorgt werden.

Grundsätzlich werde nur in Kommunen gefördert, in denen maximal 25 000 Einwohner leben und der Versorgungsgrad mit Ärzten unter 60 Jahren weniger als 75 Prozent beträgt. Derzeit sind dies nach Daten der Kassenärztlichen Vereinigung aus dem vorigen Sommer 107 Orte in Nordrhein-Westfalen.

Bis zu 50.000 Euro erhalten neue Hausärzte, die sich in den 64 Kommunen niederlassen, in der ein Hausärztemangel am schnellsten droht. Zu diesen Kommunen gehört Roetgen auf Platz 1 der Dringlichkeitsliste, Waldfeucht (Platz 5), Nörvenich (9), Heimbach (16), Wassenberg (21), und Simmerath (61).

Für Mediziner, die in eine der 43 Gemeinden mit mittelfristigem Mangel gehen, sind Prämien bis zu 25.000 Euro vorgesehen. Dazu gehören in unserer Region Vettweiß (67), Inden (72), Kreuzau (95), Selfkant (101) und Niederzier auf dem vorletzten Platz der Dringlichkeitsliste (106). Die Zahlung der Prämie ist mit der Verpflichtung verbunden, dass die Ärzte für zehn Jahre in der gewählten Kommune bleiben.

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