Immer mehr Männer gehen zum Schönheitschirurgen

Von: dpa
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Hamburg. In Deutschland gehen immer mehr Männer zum Schönheitschirurgen.

„Die Anzahl der Faltenbehandlungen bei Männern ist massiv gestiegen - allein um 44 Prozent haben die Behandlungen mit Botulinumtoxin (Botox) im Vergleich zum Vorjahr zugelegt”, sagte Prof. Heinz G. Bull, Präsident der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD), am Donnerstag in Hamburg.

Männer störe vor allem die sogenannte Zornesfalte, die das Gesicht oft alt und vergrämt aussehen lasse. Die Anzahl der Brustverkleinerungen bei Männer habe sich nahezu verdoppelt.

Ein Grund dafür sei unter anderem das unkontrollierte Doping im Amateursportbereich, das je nach Zusammensetzung des Mittels Brustwachstum auslösen könne.

Dagegen sind die Faltenbehandlungen bei Frauen rückläufig. „Die Zeiten der Wirtschaftskrise bringen mit sich, dass Frauen nach wie vor ihre Falten behandeln lassen, die Frequenz aber geringer ist”, sagte Bull.

Er appellierte an die Patienten, vor einem schönheitschirurgischen Eingriff das Fachgebiet des Arztes zu prüfen. „Fachfremde Ärzte können ästhetische Eingriffe nicht in Wochenendkursen lernen”, sagte der GÄCD-Präsident.

Oft führten Ärzte Operationen an Körperteilen durch, die nicht zu ihrem Fachgebiet gehören. Immer noch - trotz eindeutiger Gerichtsurteile - nähmen zum Beispiel Zahnärzte Faltenbehandlungen im Gesicht vor.

„Man muss gegen diesen Wildwuchs ankämpfen”, sagte Bull. Besonders besorgniserregend sei die Situation auch bei den sogenannten Fillern, Substanzen wie Kollagen und Hyaluronsäure, die unter die Haut gespritzt werden.

„Wenn das falsche Produkt am falschen Ort im Gesicht eingesetzt wird, kann es zu Komplikationen wie Knoten, Fieber und Abszessen kommen”, sagte Ziah Taufig. Ein Grund dafür sei, dass die Filler nach wie vor als Kosmetika gelten, obwohl die GÄCD seit Jahren fordert, sie als Medikament einzustufen - was wissenschaftliche Studien zur Folge hätte. Um Interessierte zu informieren, hat die Gesellschaft die Internetseite http://www.fillerwelt.de geschaffen.

Ein Vergleich mit den Zahlen in den USA zeige, dass die Trends aus Übersee nicht nach Europa schwappen. „Dort liegt bei den chirurgischen Eingriffen die Brustvergrößerung an erster Stelle”, sagte GÄCD-Generalsekretär Matthias Gensior. In Deutschland seien dagegen laserchirurgische Eingriffe im Gesicht am gefragtesten, gefolgt von Fettabsaugungen und Lidplastiken.

vor und 97 185 Faltenbehandlungen mit Fillern und Botulinumtoxin (Botox). Einen Boom von Schönheitsoperationen unter Jugendlichen gebe es nicht. „Meistens liegen medizinische Gründe für die Eingriffe vor.”

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