HPV-Impfung: Nebenwirkungen ähnlich wie bei etablierten Impfungen

Von: ddp
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Chicago. Die Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen bei der Impfung gegen das Humane Papillomavirus (HPV) liegt auch nach der massenhaften Einführung der Impfung in dem Rahmen, der sich bereits bei den Zulassungstests gezeigt hatte.

Das haben US-Wissenschaftler in einer Auswertung der Daten von etwa 23 Millionen Frauen in den USA gezeigt.

Diese hatten sich zwischen Juni 2006 und Dezember 2008 gegen das Virus impfen lassen, das langfristig Gebärmutterhalskrebs auslösen kann.

Die Impfung ist in den USA wie auch in Europa umstritten, da bisher noch keine Langzeitdaten bezüglich ihrer Wirksamkeit gegen Krebs vorliegen.

Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler um Barbara Slade von den „Centers for Disease Control and Prevention” (CDC) in Atlanta im Fachmagazin „JAMA” vor (Bd. 302. S. 750).

Die Impfung gegen das HPV wurde im Juni 2006 von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen und wenig später auch von der in den USA für Impfempfehlungen zuständigen Kommission empfohlen.

Eine Empfehlung gibt es inzwischen in rund 80 Ländern, seit März 2007 auch in Deutschland. Bislang wurden weltweit viele Millionen Frauen gegen das Virus geimpft, darunter mehr als 23 Millionen in den USA.

Die Schwere und Häufigkeit der Nebenwirkungen lag dabei im Bereich etablierter Impfungen, ergab die Auswertung der Forscher um Slade. Die Wissenschaftler stützen sich auf die Daten eines amerikanischen Systems zur Erfassung von Nebenwirkungen von Impfungen.

Bei dieser VAERS genannten Einrichtung geben Ärzte und Patienten nach einer Impfung freiwillig Rückmeldung über beobachtete mögliche Nebenwirkungen. Insgesamt wurde laut diesen Zahlen nur nach einer von etwa 1900 HPV-Impfungen über Nebenwirkungen berichtet.

Dabei handelte es sich nur in etwa sechs Prozent der Fälle um schwerere Vorfälle wie Ohnmachtsanfälle, Blutgerinnsel, starke allergische Reaktionen oder Autoimmunstörungen. Lediglich bei den Ohnmachtsanfällen und bei Blutgerinnseln lag die Rate leicht über denen bisher üblicher Impfungen.

Trotz dieser Zahlen blieben noch viele Fragen zu Nutzen und Risiken der Impfung offen, schreibt die norwegische Medizinerin Charlotte Haug in einem begleitenden Kommentar in „JAMA”.

So zeigten die Zahlen, dass durchaus Risiken schwerer Nebenwirkungen bestünden, die es gegen den möglichen Nutzen der Impfung abzuwägen gelte.

Dieser Nutzen für Frauen sei langfristig noch immer unsicher, erklärt Haug: Zwar habe sich die Impfung als sehr effektiv gegen eine Infektion mit dem Virus erwiesen - doch inwieweit die Impfung das spätere Krebsrisiko der heute geimpften jungen Frauen wirklich senken könne, könnten erst klinische Langzeitstudien zeigen.
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