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Hospiz-Stiftung empfiehlt Überprüfung von Patientenverfügungen

Von: epd
Letzte Aktualisierung:

Dortmund. Wer eine Patientenverfügung hat, sollte sie nach einer Empfehlung der Deutschen Hospiz Stiftung darauf überprüfen, ob sie den Anforderungen des neuen Patientenverfügungsgesetzes entspricht.

Nicht alle Verfügungen würden nun automatisch befolgt, sagte der geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, in einem epd-Gespräch.

Rund acht Millionen Menschen haben bereits Patientenverfügungen verfasst. Ihre Gültigkeit hatte der Bundestag im Juni gesetzlich geregelt. Das Gesetz tritt am Dienstag in Kraft.

Die Patientenverfügung müsse sich „auf eine Heilbehandlung oder einen ärztlichen Eingriff beziehen und auf die konkrete Lebens- und Behandlungssituation des Patienten zutreffen”, sagte Brysch.

Allgemein gefasste Formulierungen wie „am Lebensende” oder „wenn kein Leben in Würde mehr möglich ist” reichten gegenüber den Ärzten als verbindliche Verfügung nicht aus. Solche Beschreibungen seien im Sinne des Gesetzes „nicht hinreichend konkret”.

Brysch empfahl weiter, einen Vorsorgebevollmächtigten sehr sorgfältig auszusuchen und gemeinsam die Patientenverfügung durchzusprechen.

Manchmal sei ein Ehepartner „zu nah dran”. Sehr wichtig für die Entscheidungen des Bevollmächtigten wiederum sei, dass dieser sich bei den Ärzten genau erkundige, was sie für den Patienten noch tun könnten.

Nach dem neuen Gesetz spiele der Bevollmächtigte eine größere Rolle bei der Umsetzung einer Verfügung als bisher.

Patientenverfügungen sind nach Bryschs Worten relativ leicht zu befolgen, wenn der Patient im Sterben liegt. Sie versagten aber oft, wenn dies nicht der Fall sei und es etwa um künstliche Ernährung bei Demenzkranken gehe. Nach dem Gesetz gelten die Verfügungen in beiden Fällen. Aktive Sterbehilfe ist aber nicht erlaubt.

Wer sich beraten lassen oder eine Patientenverfügung aufsetzen will, sollte sich vorher nach den Kosten erkundigen, empfiehlt der Experte: „Da gibt es viel Scharlatanerie.” Angemessen seien die von der Bundesärztekammer empfohlenen 40 Euro für eine ärztliche Beratung.

Wer eine Verfügung abfassen oder ändern wolle, solle „vorher genau fragen, was er denn eigentlich für sein Geld bekommt”. Auch die Preise für Formulare seien unterschiedlich.
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