Würzburg - Holunder treibt Erkälteten den Schweiß auf die Stirn

Holunder treibt Erkälteten den Schweiß auf die Stirn

Von: dpa
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Würzburg. Bis in den Juni verströmen die weißen, doldenartigen Blüten des Holunders ihren süßlichen Geruch. Im Herbst entwickeln sich daraus dann schwarzblaue Beeren. In der modernen Naturheilkunde kommen sowohl die Beeren als auch die Blüten zum Einsatz.

„In früheren Zeiten wurden dagegen fast alle Teile der Pflanze in der Heilkunde genutzt”, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschungsgruppe Klostermedizin der Universität Würzburg.

Der Strauch mit dem lateinischen Namen Sambucus nigra L. habe bereits seit Hippokrates beinahe als Universalapotheke gegolten. Besonders betont worden sei seine schweißtreibende, schleimlösende und ausleitende Wirkung.

In den Blüten ist ätherisches Öl mit einem hohen Anteil an freien Fettsäuren enthalten, außerdem Flavonoide, Gerb- und Schleimstoffe. „Sie steigern die Bronchialsekretion und werden als schweißtreibendes Mittel bei fiebrigen Erkältungskrankheiten eingesetzt”, erläutert Mayer.

Dabei müsse eine größere Menge möglichst heiß als Tee getrunken werden. Holunderblüten werden einzeln in Teebeuteln angeboten, finden sich aber auch in vielen Teemischungen. Nebenwirkungen sind laut Mayer keine bekannt.

Welche Inhaltsstoffe für die schweißtreibenden Wirkung verantwortlich sind, ist unbekannt. „Vielleicht ist sie vor allem auf das heiße Getränk zurückzuführen, wobei die Holunderblüten dem Tee immerhin einen guten Geschmack verleihen”, sagt der Medizinhistoriker.

Die Holunderfrüchte enthalten vor allem Flavonoide, Folsäure, Vitamin C, Fruchtzucker und Fruchtsäuren. Ihnen wird Mayer zufolge eine harn- und schweißtreibende sowie darmreinigende Wirkung zugeschrieben.

Die Früchte werden meist als Saft und nur selten als Tee eingenommen. Wie die Holunderblüten werden auch die Beeren bei fieberhaften Erkältungen eingesetzt.

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