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Hirnbotenstoff-Gen scheint Stimmungsschwankungen zu begünstigen

Von: ddp
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Bauchschmerzen und trübe Stimmung an den Tagen vor den Tagen: Fast jede Frau zwischen Mitte 30 und Mitte 40 ist vom prämenstruellen Syndrom betroffen. Foto: dpa

Washington. Amerikanische Forscher haben eine Genvariante entdeckt, die Frauen möglicherweise anfälliger für Stimmungsschwankungen und Gedächtnisprobleme während des Zyklus macht. Es handelt sich dabei um eine leicht veränderte Version eines Gens, das den Bauplan für einen Gehirnbotenstoff namens BDNF trägt.

Dieser Signalstoff arbeitet offenbar mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen zusammen und verändert die Funktion eines wichtigen Stimmungs- und Gedächtniszentrums des Gehirns, wie die Forscher jetzt bei Mäusen zeigen konnten.

Die Folge: Die Tiere mit der veränderten Genvariante reagieren stärker auf die Hormonschwankungen, sind nervöser und schneiden in Gedächtnistests schlechter ab als ihre Artgenossen. Joanna Spencer von der Rockefeller-Universität in New York und ihre Kollegen vermuten, dass es auch beim Menschen einen ähnlichen Effekt gibt, wie sie im Fachblatt „PNAS” schreiben (doi 10.1073/pnas.0915105107).

Die Forscher verglichen in ihrer Studie Mäuse, die in ihrem Erbgut die auch als BDNF-Met bezeichnete Genvariante trugen, mit solchen, die über zwei normale Kopien des BNDF-Gens verfügten. Dazu ließen sie die Tiere Gedächtnistests absolvieren. Außerdem beobachteten sie, wie sie sich bei Anwesenheit unbekannter Objekte in ihrem Käfig verhielten, und untersuchten zudem ihre Gehirne.

Ergebnis: In allen Gedächtnis- und Orientierungstests schnitten die Varianten-Träger schlechter ab als die unveränderten Mäuse. Zudem waren sie messbar scheuer, weniger neugierig und nervöser. Wie stark die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren, hing dabei deutlich davon ab, in welcher Zyklusphase sich diese gerade befanden.

Die Analyse der Mäuse-Hirne zeigte den Forschern auch die Ursache dieses Effekts: BDNF verändert den Hippocampus, eine Hirnregion, die vor allem für das Gedächtnis, aber auch für die geistige Leistungsfähigkeit und die Regulation der Stimmung zuständig ist. Bei den Mäusen mit der veränderten Genvariante bildete sich in diesem Areal überdurchschnittlich viel BDNF, vor allem in den Phasen, in denen der Östrogenspiegel der Mäuse sehr hoch war.

Die Forscher vermuten, dass diese Überproduktion einen grundsätzlichen Mangel an dem Gehirnbotenstoff kompensieren soll, der bereits in früheren Studien bei Trägern der BDNF-Met-Variante entdeckt worden war.

Die Forscher sind sicher, trotz der fehlenden Daten beim Menschen mit dem BDNF-Gen einen wichtigen Vermittler zwischen Hormonausschüttung und Verhalten identifiziert zu haben. Die Genvariante komme bei 20 bis 30 Prozent aller Frauen vor und sei bereits früher mit einer erhöhten Anfälligkeit für psychische Erkrankungen wie Depressionen, manisch-depressive Erkrankungen und Angststörungen in Verbindung gebracht worden.

Die neuen Ergebnisse deuteten nun darauf hin, dass sie auch für extreme Formen des prämenstruellen Syndroms verantwortlich sein könnte. Das wollen die Forscher jetzt ebenso untersuchen wie die Frage, ob BNDF-Met auch beim Einsetzen der Wechseljahre eine Rolle spielt.
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