Hip-Hop erobert die Tanzschulen: Lockerer Groove stärkt

Von: Susanne Rytina, ddp
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Die Straßenkultur Hip-Hop enthält Einzug in deutsche Tanzschulen. Mädchen der Gruppe "Al Dans" aus Soborg in Dänemark tanzen in Bremen bei der HipHop-Weltmeisterschaft. Foto: ddp

Stuttgart. Die Straßenkultur Hip-Hop hält Einzug in deutsche Tanzschulen: „Mit Hip-Hop kann man seine Ausdauer und Fitness trainieren”, sagt Jimmie Surles, Choreograf und Finalist der Sat.1-Sendung „You can dance” von 2007.

„Hip-Hop tanzen ist für jeden geeignet, der Spaß an der Musik hat und sich über sie tänzerisch ausdrücken will.” Das beginnt mit kleinen Schritten: „Am Anfang lernt man, sich wippend im Grundrhythmus zu bewegen, im sogenannten Bounce - die Knie leicht gebeugt, der Körper ganz locker”, erklärt Surles, der in der New York City Dance School in Stuttgart Hip-Hop-Workshops für Kinder, Jugendliche und die 40plus-Generation gibt.

Dieser Grundrhythmus werde beibehalten, während man sich locker durch einen Raum in alle Richtungen bewege: „Das sind sehr organische Bewegungsabläufe.” Genauso locker wie die Musik sei auch die Kleidung, die man zum Tanzen trage. Nichts dürfe einengen, lange T-Shirts und bequeme, weite Hosen gehörten zum Grooven dazu. Wichtig seien vor allem geeignete Turnschuhe, in denen man einen festen Stand habe und sich dennoch gut auf dem Boden drehen könne.

Das Training zu der schnellen Musik sei mit einem Cardiotraining vergleichbar, das gut für das Herz-Kreislauf-System sei, zudem würden fast alle Muskelgruppen beansprucht, weiß der Profi-Tänzer. Beispielsweise mit den tänzerischen Stilelementen „Popping” und „Locking”.

Mit „Popping” sei ein schneller Wechsel zwischen Spannung und Lockerung gemeint. Dazu gehöre eine Art Robotertanz, bei dem einzelne Körperteile unabhängig voneinander bewegt werden. „Das kräftigt die Muskeln und ist auch gut für die Koordination”, erklärt Surles. „Locking” ist ein witziger, clownesker Tanz wie etwa „Funky Chicken”, bei dem die Füße verdreht und die Arme wie Flügel bewegt werden.

„Weil man im Hip-Hop-Unterricht Schrittfolgen übt, wird auch die Konzentration geschult”, sagt Surles. Bis man gut Hip-Hop tanzen könne, brauche man allerdings etwas Geduld und vor allem Übung. Die Trainingsintensität sollte man von den eigenen Erwartungen abhängig machen: „Wer vor allem wegen des Spaßfaktors tanzt, dem reicht es, nur einmal die Woche zu trainieren. Wer aber perfekt werden will, der wird mehr Zeit investieren, etwa dreimal die Woche.”

Guten Hip-Hop-Unterricht findet man laut Surles meist in Tanzschulen, manchmal auch in Jugendhäusern. „Wer Hip-Hop tanzt, ist weg von der Straße. Viele Jugendliche bekommen durch das Körpertraining ein besseres Selbstwertgefühl”, sagt Jimmie Surles. Bei der Auswahl des Unterrichts solle man darauf achten, dass der Lehrer auch etwas von der Geschichte des Hip-Hop, seinen Wurzeln in der urbanen, schwarzen Jugendkultur der USA wisse, rät der Tänzer. Dies sei wichtig, um sich in den Tanz richtig einfühlen zu können. „Am besten man macht bei einer Probestunde in der Tanzschule einmal mit.”
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