Gezielte Übungen helfen bei Inkontinenz nach Prostata-Operation

Von: dapd
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Mainz. Wenn Männer wegen einer Krebserkrankung an der Vorsteherdrüse operiert werden, kann das unangenehme Begleiterscheinungen haben.

„Die Nebenwirkung dieser Eingriffe ist eine zumindest zeitweise auftretende Inkontinenz bei den Betroffenen”, sagt Ulrich Betz Einrichtungsleiter des Instituts für Physikalische Therapie, Rehabilitation und Prävention an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Durch den Eingriff an der Prostata komme es zwangsläufig zu leichten Verletzungen der Blasenschließmuskulatur. „Wenn nach circa einer Woche der Blasenkatheder gezogen wird, sollten die Patienten mit gezielten Übungen beginnen, aktiv die Funktion der beanspruchten Muskulatur wieder zu verbessern”, empfiehlt der Experte, der in der Mainzer Uniklinik ein spezielles Kontinenztraining für Männer anbietet. Das Beckenboden- und Blasentraining beim Physiotherapeuten kann ein Arzt auf Kosten der Krankenkasse verordnen.

In der Regel finden schon in der Klinik die ersten Übungseinheiten statt. „Dieser frühzeitige Beginn ist sehr wichtig, um die Blasenmuskulatur gleich wieder zu aktivieren”, betont Betz. Die Übungen finden anfangs häufig noch im Liegen statt, um die Blasenmuskulatur nicht zu stark zu beanspruchen: „Die Patienten empfinden das auch als angenehmer, weil in dieser Lage der Urin nicht drückt und die Übungen leichter fallen”, sagt der Experte. „Der Fokus liegt zunächst darauf, die Wahrnehmung der Patienten für diese Muskulaturgruppen zu schärfen und zu schulen.”

Im Laufe der folgenden Wochen und Monate würden die Übungen dann immer weiter ausgebaut, bis die Muskulatur auch beim Treppensteigen, Laufen oder Joggen stark genug ist, den Urin zu halten. „Es braucht oft etwas Geduld, bis sich der Erfolg einstellt, aber die Chancen auf völlige Heilung sind sehr gut”, sagt Ulrich Betz. So seien rund 95 Prozent aller Männer nach sechs Monaten Beckenbodentraining wieder beschwerdefrei.
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