Gebärmutterhalskrebs: Streit um Impfung eskaliert

Von: ddp
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Osnabrück. Der Expertenstreit um die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs eskaliert. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung” (Dienstagausgabe) wies der Präsident der Berliner Ärztekammer, Günter Jonitz, den Vorwurf des Entwicklers des Impfstoffes Harald zur Hausen zurück, er und andere Kritiker seien für den Rückgang der Impfrate um 50 Prozent verantwortlich.

Zur Hausens Vorwurf sei für ihn nicht nachvollziehbar, sagte Jonitz. Vielmehr sei es so, dass „bei der Massivität der Werbekampagne für den Impfstoff irgendwann ein Großteil der Mädchen durchgeimpft ist”.

Der Mediziner wies außerdem darauf hin, dass eine Impfung gegen Kinderlähmung 1000 von 1000 Geimpften schütze, die „gepriesene Impfung” gegen Krebs aber nur 2 bis 4 von 1000 Geimpften.

Unter anderem deshalb hatte Jonitz im April gemeinsam mit anderen eine kritische Erklärung zu der Impfung veröffentlicht, die auf der Forschung des Nobelpreisträgers zur Hausens basiert. Er fürchtet, als Folge der nicht umfassenden Impfung könnten Frauen trotzdem notwendige Vorsorgeuntersuchungen unterlassen.

Das könne die Zahl unerkannter und unbehandelter Krebsfälle sogar steigen lassen, warnte der Berliner Ärztekammerpräsident. Die massive Werbung für die Impfung sei „Propaganda und Panikmache”.
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