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Frauen mit Migräne erkranken seltener an Brustkrebs

Von: ddp
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Frauen mit Migräne erkranken seltener an Brustkrebs - warum, ist nach wie vor ungeklärt. Foto: ddp

Philadelphia. Migräne-Patientinnen haben ein über 20 Prozent geringeres Brustkrebsrisiko. Erstmals konnten amerikanische Forscher diesen Effekt nicht nur bei Frauen nach der Menopause, sondern auch bei jungen Frauen zeigen.

Der Grund für den Zusammenhang ist den Wissenschaftlern bisher nicht bekannt.

Vermutlich spielen aber weibliche Geschlechtshormone eine Rolle, da diese an der Entstehung beider Erkrankungen beteiligt sind, berichten Christopher Li und seine Kollegen vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle im Fachmagazin „Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention” (doi:10.1158/1055-9965.EPI-09-0291).

Bereits in einer früheren Studie konnten die Wissenschaftler ein reduziertes Brustkrebsrisiko bei Migräne-Patientinnen feststellen.

In dieser ersten Studie konnten sie den Zusammenhang aber nur für Frauen nach der Menopause nachweisen - die neue Studie zeigt nun denselben Effekt auch für jüngere Frauen ab 34.

Klinisch bestätigte Migräne scheint das Brustkrebsrisiko um 26 Prozent zu reduzieren, zeigen die Ergebnisse. Das Alter sei besonders bei der Entstehung von Brustkrebs relevant, weil gewisse Risikofaktoren sich bei jungen und älteren Frauen unterscheiden.

Auch andere Risikofaktoren als das Alter scheinen nicht für das reduzierte Brustkrebsrisiko verantwortlich zu sein. Die Forscher schlossen in ihren Untersuchungen nur Frauen ein, die keinen Alkohol tranken, nicht rauchten und weder Hormone zur Verhütung noch zur Linderung von Menopause-Beschwerden einnahmen.

Der Zusammenhang zwischen Migräne und einem geringeren Risiko für Brustkrebs scheint unabhängig von diesen Faktoren zu gelten, zeigt die neue Studie.

In einer bisher noch nicht veröffentlichten Studie konnten die Forscher zusätzlich nachweisen, dass auch Medikamente wie Aspirin oder Ibuprofen, die von vielen Migräne-Patientinnen eingenommen werden, nicht für das reduzierte Risiko verantwortlich sind. Diese werden häufig mit einem geringeren Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht.

Vielleicht sei die Migräne an sich ein Schutzfaktor gegen Brustkrebs, sagt Li. Über die Gründe können die Forscher aber nur spekulieren. Sie vermuten jedoch, dass die weiblichen Geschlechtshormone eine wesentliche Rolle spielen.

Frauen leiden zwei- bis dreimal häufiger an Migräne als Männer und besonders ein Absinken des Östrogenspiegels, beispielsweise in der Zeit kurz bevor und während der Menstruation, führt häufig zu Anfällen. Dagegen gelten hohe Östrogenspiegel, zum Beispiel durch Hormonersatztherapien in der Menopause, als möglichen Auslöser für Brustkrebs. Weitere Studien sollen nun zeigen, welche Mechanismen für den Zusammenhang verantwortlich sind.
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