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Forscher finden mögliche Ursache für plötzlichen Kindstod

Von: ddp
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Chicago. Der sogenannte plötzliche Kindstod geht nach Erkenntnissen von US-Forschern auf einen Mangel an dem Hirnbotenstoff Serotonin zurück.

Aufgrund einer Hirnanomalie produzierten die Kinder weniger Serotonin, einen chemischen Botenstoff, der im menschlichen Gehirn Meldungen zwischen Nervenzellen übermittelt und eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Atmung, des Herzschlags und des Schlafs spielt.

Dieser Mangel führe dazu, dass die Kleinkinder schlechter auf Schwankungen des Sauerstoffgehalts der Luft reagieren können und ersticken, schreiben die Forscher um Hannah Kinney von der Harvard Medical School in Boston im Fachmagazin „JAMA” (Bd. 303, S. 430). Von einem plötzlichen Kindstod wird dann gesprochen, wenn Säuglinge vor Vollendung ihres ersten Lebensjahres sterben und ihr Tod weder durch eine Autopsie noch über die Krankengeschichte erklärt werden kann. Der Säuglingstod tritt meist im Schlaf ein und ist eine der häufigsten Todesursachen bei Säuglingen.

Bekannt ist, dass er besonders häufig auftritt, wenn die Kinder beim Schlafen auf dem Bauch liegen. Die Wissenschaftler um Kinney gehen davon aus, dass die schlafenden Kinder durch die Bauchlage bedingt teilweise bereits verbrauchte Luft einatmen. Wird der Sauerstoffmangel zu eklatant, müsste das Hirn eigentlich Alarm schlagen, so dass das Kind aufwacht und verstärkt atmet oder den Kopf in eine andere Richtung dreht. Für die Weiterleitung des Alarmsignals ist jedoch der Botenstoff Serotonin notwendig und von eben diesem besitzen die betroffenen Kinder zu wenig.

Das fanden die Forscher heraus, indem sie Proben aus dem Hirngewebe von Säuglingen entnahmen, die an unterschiedlichen Ursachen gestorben waren, darunter auch am plötzlichen Kindstod. Die Gewebeproben dieser Kinder enthielten deutlich weniger Serotonin sowie für die Serotoninproduktion notwendige Enzyme als die anderer Säuglinge.
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