Forscher finden leichteren Nachweis für Gebärmutter-Erkrankung

Von: ddp
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Cambridge. Zwei Forscherteams haben unabhängig voneinander eine Methode entdeckt, mit der sich Endometriose schneller, einfacher und weniger schmerzhaft nachweisen lässt

Bei Frauen mit diesen Wucherungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter enthält die Gebärmutterschleimhaut Nervenfasern, die bei gesunden Frauen nicht oder nur in sehr geringen Mengen nachweisbar sind.

Anstatt der bisher verwendeten aufwendigen und unangenehmen Bauchhöhlenspiegelung reicht demnach eine einfache Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut aus, um die Betroffenen zu identifizieren.

Die Zuverlässigkeit dieser Methode sei ähnlich gut wie die der Spiegelung, schreiben die Teams um Ian Fraser von der Universität Sydney und Thomas DHooghe von der Universität Leuven im Fachmagazin „Human Reproduction” (dois 10.1093/humrep/dep275 und 10.1093/humrep/dep283).

Bei schätzungsweise 10 bis 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter wuchert Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter.

Genauere Zahlen gibt es nicht, weil sich zum einen nicht in jedem Fall typische Beschwerden wie Schmerzen vor und während der Periode oder Zyklusstörungen einstellen.

Zum anderen ist die Diagnose sehr schwierig: Sie erfordert einen operativen Eingriff - die Bauchhöhlenspiegelung - und zudem einen erfahrenen Arzt, der die Schleimhautherde auch als solche erkennt. Da Endometriose jedoch selbst in ihrer milden Form die Fruchtbarkeit der Frauen beeinträchtigen kann, suchen Forscher bereits seit längerem nach einer schnellen und einfachen Diagnosemethode.

Laut den beiden Forscherteams könnte das neue Verfahren eine solche schnellere und für die Frauen angenehmere Alternative sein. Fraser und seine Kollegen hatten für ihre Untersuchung 99 Frauen, bei denen wegen Schmerzen im Beckenbereich oder Unfruchtbarkeit eine Bauchspiegelung gemacht werden sollte, über die Vagina Biopsien der Gebärmutterschleimhaut entnommen und die Proben anschließend auf das Vorhandensein von bestimmten Nervenfasern untersucht.

Ergebnis: In 98 Prozent der diagnostizierten Fällen von Endometriose fanden sich auch die Fasern, während sie in immerhin 83 Prozent der negativ getesteten Proben nicht auftauchten. Damit erreiche das Verfahren eine ähnliche Empfindlichkeit und Genauigkeit wie die Spiegelung, ohne die gleichen Risiken zu bergen, lautet das Fazit des Teams.

Die Forscher um DHooghe untersuchten ebenfalls Gewebeproben von 40 Frauen, die sie vaginal entnommen hatten, verwendeten jedoch ein etwas anderes System für den Nachweis der Nervenfasern.

Auch bei ihnen lag die mit Hilfe von Bauchspiegelungen überprüfte Trefferquote sehr hoch: Im Schnitt war die Dichte der Fasern in den Proben von Endometriose-Patientinnen 14-mal so hoch wie bei Frauen ohne die Wucherungen - selbst dann, wenn es sich um sehr milde Formen der Krankheit handelte.

Beide Teams empfehlen, die Methoden zu kombinieren: Wenn zuerst eine Biopsie untersucht und nur bei positivem Ergebnis eine Bauchspiegelung angeschlossen werde, könne den Frauen und dem Gesundheitssystem einiges erspart werden, ohne dass die Rate an diagnostizierten Endometriosefällen sinke.
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