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Forscher entwickeln Jungbrunnen fürs Immunsystem

Von: ddp
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Braunschweig. Viele Bakterieninfektionen sind für junge Menschen kein Problem, für Ältere können sie hingegen zur lebensgefährlichen Bedrohung werden. Grund dafür ist ein schwächelndes Immunsystem: Im Alter werden immer weniger Fresszellen gebildet, die Bakterien und andere Krankheitserreger abwehren und unschädlich machen.

Einem Forscherteam um Eva Medina vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung ist es nun in Versuchen mit Mäusen gelungen, die Bildung von Fresszellen mit Hilfe eines sogenannten Wachstumsfaktors gezielt anzuregen: Die mit mSCF behandelten älteren Tiere hielten im Kampf gegen die Bakterien deutlich länger durch als unbehandelte Mäuse. Die Erkenntnisse trügen dazu bei, den Alterungsprozess besser zu verstehen und ihn irgendwann vielleicht auch verzögern zu können, berichtet das Forschungszentrum.

Für ihre Studie infizierten die Wissenschaftler zunächst junge und alte Mäuse mit dem Bakterium Streptococcus pyogenes. Dieser Erreger ruft zum einen vergleichsweise harmlose Erkrankungen wie Halsschmerzen und Mandelentzündungen hervor, führt bei älteren Patienten jedoch häufig auch zu tödlich endenden Blutvergiftungen. Während zwei bis drei Monate alte Mäuse die Infektion gut überstanden, starben die 20 Monate - und damit etwa 70 bis 80 Menschenjahre - alten Tiere bereits an einer geringen Bakteriendosis.

Als die Forscher daraufhin das Gewebe der jungen und alten Mäuse untersuchten, stellten sie fest, dass die älteren Tiere deutlich weniger Makrophagen aufwiesen. Diese Fresszellen bekämpfen Eindringlinge im Gewebe und alarmieren zudem weitere Abwehrzellen. Gebildet werden sie im Knochenmark aus sogenannten Vorläuferzellen. Für die Umwandlung in Makrophagen sind Wachstumsfaktoren notwendig, Signal-Proteine zu deren wichtigsten Vertretern mSCF zählt.

Diesen Wachstumsfaktor verabreichten die Wissenschaftler nun einigen alten Mäusen - und siehe da, diese Tiere überlebten die Bakterieninfektion deutlich länger als ihre unbehandelten Artgenossen.
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