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Fetthormon Adiponectin beeinflusst Überlebensrate bei Sepsis

Von: ddp
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Chicago. Ein natürlicher Entzündungshemmer aus dem Fettgewebe beeinflusst möglicherweise die Chancen, eine Sepsis, häufig auch als Blutvergiftung bezeichnet, zu überleben.

Wie kanadische Forscher jetzt an Mäusen zeigen konnten, erhöhen niedrige Spiegel des Hormons Adiponectin das Todesrisiko bei einer Sepsis.

Sollte es einen ähnlichen Zusammenhang auch beim Menschen geben, würde das zum einen erklären, warum gerade Übergewichtige durch eine Sepsis überdurchschnittlich stark gefährdet sind - bei ihnen ist der Adiponectin-Spiegel meist sehr niedrig. Zum anderen gäbe es weitreichende klinische Konsequenzen.

So könnten mit Hilfe der Adiponectin-Menge im Blut beispielsweise besonders gefährdete Patienten frühzeitig identifiziert werden. Am wichtigsten sei jedoch, dass Adiponectin ein vielversprechender Kandidat für eine effektive, verträgliche Therapie sein könnte, berichtete Subodh Verma von der Universität von Toronto auf einem Kongress der amerikanischen chirurgischen Fachgesellschaft in Chicago.

Bei einer Sepsis gerät die Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion außer Kontrolle: Statt nur lokal die Eindringlinge zu bekämpfen, löst die Körperabwehr eine auf den gesamten Organismus übergreifende Entzündungsreaktion aus.

In deren Folge kann es zu Organversagen, Sauerstoffmangel und anderen heftigen Reaktionen kommen - ein Zustand, den etwa jeder zweite Betroffene nicht überlebt. Besonders häufig treten schwere oder tödliche Sepsis-Fälle bei stark Übergewichtigen und Diabetikern auf, wie bereits frühere Studien gezeigt hatten. Die Entdeckung der Kanadier könnte diesen Zusammenhang jetzt erklären.

Die Wissenschaftler zeigten, dass Mäuse sehr viel schneller eine schwere Sepsis entwickeln und auch daran sterben, wenn ihr Körper nicht in der Lage ist, das Hormon Adiponectin zu bilden.

Dieser Signalstoff reguliert zusammen mit Leptin, Insulin und anderen Hormonen das Hunger- und das Sättigungsgefühl. Es wird zwar von Fettzellen produziert, jedoch nur dann, wenn diese eher leer sind - Übergewichtige mit prall gefüllten Fettzellen haben dementsprechend weniger Adiponectin im Blut. Außerdem gilt das Hormon schon länger als Gegenspieler der entzündungsfördernden Hormone, die im berüchtigten Bauchfettgewebe gebildet werden. Die neuen Ergebnisse stützen diese These, so die Forscher.

Besonders vielversprechend ist nach Ansicht der Wissenschaftler zudem ein weiterer Befund: Mäuse, denen zusätzlich Adiponectin verabreicht wurde, waren vor den verheerenden Auswirkungen der Blutvergiftung geschützt.

Aus diesem Grund drängen Verma und seine Kollegen nun darauf, die Substanz auch am Menschen zu testen. Als erstes wollen sie dabei eine aufgereinigte Version des Hormons Patienten in frühen Sepsis-Stadien verabreichen. Starten könne man damit vermutlich in etwa einem Jahr, so Verma. Bei Erfolg sollen sich direkt eine kleinere und dann eine größere Doppelblindstudie anschließen.
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