Feldkirch - Farbwellness statt Farbtherapie: Buntes kann Wohlbefinden verbessern

Farbwellness statt Farbtherapie: Buntes kann Wohlbefinden verbessern

Von: ddp-Korrespondentin Christine Amrhein
Letzte Aktualisierung:
Meer / Farbe
Kann der Blick auf das türkisfarbene Meer gesund machen? Foto: ddp

Feldkirch. Ein Strand mit Blick auf das türkisfarbene Meer, ein tiefblauer Himmel, eine zartgrüne Frühlingswiese: Wer würde sich in dieser Umgebung nicht wohlfühlen? Farben sind Teil des Lebens - und ein Mangel an Farbe kann krank machen.

Das ergab eine Untersuchung, bei der sich die Teilnehmer längere Zeit in farblosen Räumen aufhielten.

Kann aber Farbe umgekehrt auch gesund machen? Daran glaubten zumindest die alten Ägypter, die ihre Kranken in Farbtempeln mit unterschiedlich farbigen Räumen unterbrachten. Auch die Chinesen bestrichen zum Beispiel Darmkranke mit gelber Farbe und ließen sie in Räumen mit gelben Vorhängen ruhen. Und noch heute gibt es eine Reihe von Anwendungen, die unter dem Begriff „Farbtherapie” zusammengefasst werden.

Dazu gehören die Bestrahlung mit farbigem Licht, das Betrachten von farbigen Tafeln oder der Aufenthalt in farbig gestalteten Räumen. Auch die Farbpunktur nach Mandel und das sogenannte Aura-Soma zählen zu den Farbtherapien. Bei ersterer werden die Akupunkturpunkte des Körpers mit farbigem Licht bestrahlt, beim Aura-Soma werden farbige Öle auf die Haut aufgetragen.

Mit dem Begriff Therapie sollte man dabei allerdings vorsichtig umgehen, sagt Elke Hubmann-Kniely, Farbberaterin im österreichischen Feldkirch und Mitglied im Deutschen Wellness-Verband - schließlich suggeriert er, dass Farben eine heilsame Wirkung auf Körper und Geist ausüben.

Das Problem: Es gibt bislang keine Belege aus konventionellen wissenschaftlichen Studien, dass dies auch tatsächlich so ist. „Man kann aber mit Sicherheit davon ausgehen, dass Farben eine Wirkung haben, da sie als Wellenlängen des Lichts den Körper durchdringen”, sagt die Expertin. „Farben können sich auf das Wohlbefinden auswirken und damit indirekt auch dem Körper guttun. Mit Farben Krankheiten heilen zu wollen, halte ich dagegen für eine gefährliche Gratwanderung.”

Häufig legen die Farbbehandlungen auch nahe, dass jede Farbe eine ganz bestimmte Wirkung ausübt. So soll Blau beruhigend und entzündungshemmend wirken, Rot soll den Organismus anregen und die Durchblutung fördern, Grün soll ausgleichend und konzentrationssteigernd sein. „Es gibt zwar Untersuchungsergebnisse, dass kühle Farben beruhigend und warme Farben anregend wirken”, sagt Hubmann-Kniely. „Die Wirkung von Farben auf einzelne Personen ist jedoch sehr individuell.” Am besten finde man heraus, welche Farben einem guttun, indem man auf seinen Körper höre und beobachte, welche Farbe welche Gefühle auslöst. Auch ein Farbexperte kann dabei zu Rate gezogen werden.

Auf diese Weise könnte eine Behandlung mit Farben - zum Beispiel 15 bis 30 Minuten in einem Farblichtstudio - durchaus einen positiven Einfluss auf das vegetative Nervensystem haben und sich günstig auf Stress und Befindlichkeitsstörungen auswirken. „Vielleicht kann man die Behandlung mit Farben am ehesten mit der Homöopathie vergleichen”, sagt Hubmann-Kniely. „Es gibt offenbar eine Wirkung, aber wie sie genau funktioniert, weiß man noch nicht im Detail.”
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