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Eine volle Harnblase kann nicht platzen

Von: dapd
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Sylt. Die Blase drückt und keine Toilette in Sicht: Auf der Autobahnfahrt oder im überfüllten Zugabteil kann es eine ganze Weile dauern, bis das stille Örtchen endlich in greifbare Nähe rückt.

Viele Menschen fragen sich deshalb: Kann eine volle Harnblase eigentlich platzen? „Nein, auf gar keinen Fall”, sagt Wolfgang Bühmann vom Berufsverband Deutscher Urologen. „Im absoluten Notfall macht die Blase den Schließmuskel auf und man macht in die Hose.”

Bis zu einem Liter Urin fasst der kleine Blasenbeutel, der drei Ausgänge zählt. „Zwei Blasenausgänge gehen zurück zur Niere, einer zur ausleitenden Harnröhre”, sagt der Urologe aus Keitum auf Sylt. Ist die Blase irgendwann voll, funktioniert das Blasensystem wie ein Überlaufsystem.

„Zuerst bekommt man Schmerzen, es drückt und krampft, weil die Blase sich entleeren will”, erklärt Bühmann. Gibt der Mensch diesem Impuls nicht nach, rettet sich das Organ selbstständig: „Irgendwann werden die Blasenausgänge geöffnet.” Wie bei einem Überlaufventil läuft der überschüssige Urin aus, die Blase macht sich Platz.

Dieser Rettungsmechanismus funktioniere nur dann nicht, wenn die Harnröhre zum Beispiel durch Harnsteine verstopft oder durch eine vergrößerte Prostata eingeengt ist. „In beiden Fällen werden die Schmerzen und Krämpfe aber so stark, dass sie in jedem Fall einen Arzt rufen oder ins Krankenhaus fahren werden”, sagt Bühmann. „Kein Mensch kann dem Schmerz so lange standhalten, bis die Blase platzt.”

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