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Ein Weg zur guten Laune: Lach-Yoga

Von: Ulrich Breitbach, ddp
Letzte Aktualisierung:
Lach-Yoga-Kurse
In den Lach-Yoga-Kursen wird gegibbelt, geprustet und schallend gelacht, was das Zeug hält. Foto: ddp

Bochum. Lachen ist gesund und vielleicht sogar die beste Medizin. Was der Volksmund weiß, kommt im Alltag aber oft zu kurz. „Die Menschen lachen heute nur noch sechs Minuten am Tag. In den fünfziger Jahren waren es 18 Minuten”, sagt Beate Tewes.

Tewes weiß, wovon sie spricht. Schließlich befasst sie sich als Lach-Yoga-Lehrerin professionell mit dem Thema Lachen. In den Lach-Yoga-Kursen der Bochumerin wird gegibbelt, geprustet und schallend gelacht, was das Zeug hält.

Dennoch widerspricht sie dem Eindruck, dass die Kurse nicht ernst zu nehmen seien. Das zeigt schon die Herkunftsgeschichte des Lach-Yogas. „Es begann mit einem amerikanischen Journalisten, der sehr schwer erkrankt war”, erzählt sie. „Der entdeckte, dass er weniger Schmerzen hatte, wenn er viel lachte. Er hat dann mit Hilfe von Witzbüchern und lustigen Filmen jeden Tag möglichst viel gelacht und ist gesund geworden - obwohl seine Krankheit normalerweise tödlich ist.”

Die Forschung nahm sich des Lachens an und entdeckte Erstaunliches. Zum Beispiel, dass „es das Immunsystem stärkt und die Produktion der sogenannten Glückshormone wie Dopamin, Serotonin und Endorphin steigert. Und Lachen ist ein gutes Mittel gegen Stress”, erzählt Tewes. Denn der Pegel von Stresshormonen sinkt, wenn wir lang andauernd und herzhaft lachen. Kurz: Wer lacht, lebt einfach besser.

„In den neunziger Jahren kam dann der Inder Madan Kataria auf die Idee, Yoga-Übungen so zu verändern, dass man durch sie ins Lachen kommt”, berichtet Tewes. „Lach-Yoga ist Lachen ohne Grund”, fügt sie hinzu - und damit bestens geeignet auch für Menschen, die gerade nicht viel zu Lachen haben.

Als sie vor ein paar Jahren zum Lach-Yoga kam, sprühte sie auch nicht gerade vor Lebensfreude: „Ich war damals sehr gestresst und häufig krank. Dann habe ich in der Zeitung einen kleinen Hinweis auf einen Kurs gelesen. Da bin ich hingefahren. Zunächst war es seltsam”, schildert sie ihre ersten Eindrücke. „Aber das Lachen tat mir total gut. Nach einer Weile merkte ich: Ich lache wieder mehr und intensiver und lauter. Und ich komme wieder an meinen Spaß, den ich wirklich verloren hatte. Heute lache ich manchmal so richtig dreckig”, fügt sie noch hinzu und strahlt dabei übers ganze Gesicht.

Bald darauf nahm die Mutter von mittlerweile erwachsenen Zwillingen, die ihr Alter partout nicht nennen will, an der ersten europäischen Lach-Yoga-Konferenz teil, die 2006 in Berlin stattfand. „Da waren Menschen aus 17 Ländern. Wir hatten einen Heiden-Spaß. Das war eine besondere Erfahrung, mit Menschen zu lachen, deren Sprache man nicht versteht. Es hat wunderbar funktioniert.”

Sie war so begeistert, dass sie sich beim Verband Deutscher Lach-Yoga-Therapeuten ausbilden ließ. Seitdem veranstaltet sie selber Kurse, die für sie Inseln in der Alltagshektik sind: „Die Probleme bleiben draußen, der Geist kommt zur Ruhe. Körper, Geist und Seele bilden im Lachen eine Einheit.” Da ähnelt Lach-Yoga der Meditation und wird deshalb auch als laute Meditation bezeichnet. „Menschen, die mit der Meditation Schwierigkeiten haben, weil sie nicht abschalten können, die haben beim Lach-Yoga in der Regel überhaupt keine Probleme.”

Lach-Trainer Christof Arnold, bei dem Beate Tewes die ersten Erfahrungen sammelte, hat bald gesehen, „dass sie das Talent hat, Menschen zu begeistern und Freude ins Leben zu bringen”. Er betont „ihre Gabe, auf Menschen zuzugehen und zu spüren, wann jemand Unterstützung braucht”. Die Reaktionen von Teilnehmern auf ihre Kurse sind ebenfalls überaus positiv. Von mehr Gelassenheit, Fröhlichkeit und Selbstvertrauen wird da berichtet und vom Lachen, das verloren gegangen war, aber mit der Hilfe von Beate Tewes wiedergefunden wurde.


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