Ein Drittel weniger Salmonellen-Fälle

Von: ddp
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Hühnerei Salmonellengefahr
Auch bei rohen Hühnereiern besteht Salmonellengefahr. Foto: ddp

Berlin. Die Zahl der Infektionen mit Salmonellen in Deutschland liegt 2009 bislang deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Bis Ende Juni registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) bundesweit 10.963 Fälle. Das war rund ein Drittel weniger als im selben Zeitraum 2008, als rund 17.000 Infektionen gemeldet wurden.

Im gesamten vergangenen Jahr belief sich die Bilanz auf fast 43.000 Erkrankungen. 2007 waren es 55.400 Fälle.

In der 24. Kalenderwoche Mitte Juni wurden dem RKI 578 Infektionen aus den Ländern gemeldet. In derselben Woche waren es 2001 noch 1905 Patienten gewesen. Die meisten Fälle gab es in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachen, Sachsen und Baden-Württemberg.

Der späte Sommereinbruch hat nach Ansicht von Experten nicht zu der niedrigeren Infektionszahl beigetragen. Bei anderen Infektionskeimen, die sich ebenfalls in Nahrungsmitteln vermehren, sei kein Rückgang beobachtet worden, sagte Petra Luber vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Verantwortlich für die seit Jahren rückläufige Tendenz bei Salmonellen sei vielmehr eine verstärkte Überwachung und Bekämpfung der Krankheitserreger in Legehennenbatterien.

Seit 1. Januar dürfen nur noch Eier aus salmonellenfreien Beständen in den Einzelhandel gelangen. Dank der 2003 beschlossenen Bekämpfungsverordnung der Europäischen Kommission sei der Anteil der infizierten Legehennenbestände in Deutschland von rund 24 Prozent auf nun etwas über zehn Prozent gesenkt worden, sagte die Lebensmittelmikrobiologin. Durch Impfungen und verbesserte Hygiene solle die Quote auf weniger als zwei Prozent gedrückt werden. Nach den Legehennen werde die Bekämpfung der Bakterien auch auf Masthähnchen, Schweine und Puten ausgeweitet.

Salmonellen können auch Typhus auslösen

Salmonellen können durch ihre Stoffwechselprodukte schwere Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt mit Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber hervorrufen. Die Bakterien kommen in Geflügel, Rindern und Schweinen vor und gelangen über das Fleisch oder durch Milch oder Eier in die Nahrung.

Durch den Verzehr befallener Nahrungsmittel oder durch Fäkalien werden sie auf den Menschen übertragen. Zwei Salmonellen-Typen können auch die schweren Erkrankungen Typhus und Paratyphus auslösen. Salmonellen können nur durch gründliches Erhitzen der Lebensmittel mit mindestens 70 Grad Celsius abgetötet werden. Eier sollten nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr verwendet und Lebensmittel tierischer Herkunft getrennt von anderen Nahrungsmitteln verarbeitet werden.
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