Durchblutungsstörungen sind ein Warnsignal

Von: Barbara Erbe, dapd
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Köln/München. Bei „Durchblutungsstörungen” denken viele Menschen an blasse Haut, kalte Hände oder auch eingeschlafene Füße. Dabei deuten diese Anzeichen nur selten auf echte Schwierigkeiten bei der Durchblutung hin, sagt Andreas Waltering, stellvertretender Ressortleiter Gesundheitsinformationen am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. „Zunächst einmal zeigt sich so lediglich, dass das Herz bei großer Kälte oder auch Bewegungsarmut das Blut vorrangig zu den wichtigen inneren Organen pumpt und nicht in die Randgebiete.”

Nur wenn sich die Hände häufiger auch bei Raumtemperatur nicht erwärmten, die Haut selbst bei molliger Wärme nicht rosiger werde, eingeschlafene Füße trotz Bewegung oder Massage nur langsam und mühsam aufwachten oder kleine Verletzungen schlecht abheilten, sei ein Arztbesuch angebracht, „um per Ultraschall zu klären, ob das Blut ungehindert durch die Adern fließen kann”.

Ablagerungen in den Gefäßen behindern den Blutfluss

Meist beträfen Durchblutungsstörungen allerdings die Beine. „Manchmal schaffen es die Venen zum Beispiel wegen verstopfter oder insuffizienter (das heißt nicht ausreichend arbeitender) Venenklappen nur schwer, das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen zu pressen, sodass es sich in den Beinen staut. Häufiger aber bilden sich in den vom Herzen weg führenden Arterien Ablagerungen, die den Blutfluss behindern.” Letzteres kann unbehandelt zu der im Volksmund „Schaufensterkrankheit” genannten „Peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit” führen. Den Betroffenen schmerzen dann nach nicht allzu langem Gehen die Wadenmuskeln, die wegen verengter Gefäße nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden können. Der Schmerz lässt erst nach, wenn die Beine weniger beansprucht werden - zum Beispiel wenn man vor einem Schaufenster haltmacht.

Sauerstoffmangel führt zu Muskelschmerzen

Was die „Schaufensterkrankheit” für die Beine ist, ist die „Angina Pectoris” für den Bereich des Herzens, erläutert Heribert Schunkert, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen München und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. „In beiden Fällen braucht die verstärkt arbeitende Muskulatur mehr Sauerstoff, als ihr die verengten Blutgefäße liefern können. Das verursacht starke Schmerzen, die erst nachlassen, wenn sich die Muskeln erholen können.” Im Bereich der Halsschlagader, der dritten wichtigen Zone, die anfällig für Durchblutungsstörungen ist, seien die Warnsignale am schwersten und auch am spätesten zu erkennen, sagt der Kardiologe. „Störungen und Ablagerungen können hier im fortgeschrittenen Stadium kurzfristige Seh- und Wortfindungsstörungen, aber auch Lähmungs- und Taubheitserscheinungen nach sich ziehen, ebenso wie Übelkeit oder starken Schwindel.” Wer so etwas bemerke, solle sich sofort zum Arzt begeben.

Stent, Bypass und Medikamente halten Gefäße durchlässig

Der kann dank Ultraschall, Röntgen oder Belastungs-EKG schnell und einfach feststellen, ob und warum es an der Durchblutung hapert. Und im Notfall veranlassen, dass per Operation eine Gefäßstütze („Stent”) gesetzt oder die verstopfte Stelle überbrückt wird („Bypass”). Gleichzeitig wirken entsprechende Medikamente der Bildung weiterer Ablagerungen entgegen.

Infos rund um das Thema Herz und Kreislauf

Informationen rund um das Thema Herz, Kreislauf und Durchblutung bietet die Deutsche Herzstiftung unter herzstiftung.de sowie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen unter gesundheitsinformationen.de.

Literatur:

Curt Dihm: „Durchblutungsstörungen. Was hilft bei Erkrankungen der Blutgefäße und Lymphgefäße?”, Springer, 1996, 29,95 Euro, ISBN-13: 9783540605270.

Der aktuelle Ratgeber „Herz in Gefahr - Koronare Herzkrankheit erkennen und behandeln” der Deutschen Herzstiftung (136 S.) mit zahlreichen Tipps für den Umgang mit der Erkrankung ist für drei Euro in Briefmarken erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung e. V., Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt.</i>

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