Radarfallen Blitzen Freisteller

Beta-Blocker reduzieren bei Brustkrebs das Metastasen-Risiko

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:

Barcelona. Bei Brustkrebspatientinnen reduziert der Einsatz sogenannter Beta-Blocker das Risiko der Metastasenbildung um 71 Prozent - und steigert entsprechend die Überlebenschancen der Frauen.

Das haben deutsche und britische Forscher in einer Studie mit 466 Betroffenen herausgefunden. Beta-Blocker werden bereits seit langem erfolgreich als Blutdrucksenker bei Bluthochdruck eingesetzt und zeigten zudem in Laborversuchen Wirkung bei verschiedenen Krebsarten.

Die Wissenschaftler um Frank Entschladen von der Universität Witten/Herdecke sind nun angesichts der Studienergebnisse optimistisch: Mit den Beta-Blockern sei ein gut etabliertes, sicheres und kostengünstiges Medikament vorhanden, um einen weiteren Schritt in Richtung gezielter Therapie bei Brustkrebs zu gehen. Die Forscher stellen ihre Erkenntnisse auf der siebten Europäischen Brustkrebskonferenz in Barcelona vor, wie die Universität berichtet.

Trotz verbesserter Früherkennung verläuft Brustkrebs immer noch in vielen Fällen tödlich. Ausschlaggebend sind jedoch meist nicht die Haupttumore, sondern Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, deren Ausbreitung sich meist nicht stoppen lässt, wenn sie einmal begonnen hat. Darum suchen Forscher nach einem Weg, das Startsignal für die Metastasenbildung zu unterdrücken. Das könnte nun gelungen sein: „Krebszellen können besonders dann gut und schnell wachsen, streuen und Metastasen bilden, wenn viele Stresshormone im Körper unterwegs sind. Die Beta-Blocker verhindern nun, dass die Stresshormone an den Krebszellen andocken können. Daher kommt es auch zu weniger Wanderungen und Streuungen”, erklärt Frank Entschladen.

An der Studie nahmen insgesamt 466 Frauen teil, die sich in drei Gruppen unterteilen ließen: 43 Teilnehmerinnen nahmen bereits Beta-Blocker ein, weil sie an Bluthochdruck litten, und einige andere Frauen nahmen aus demselben Grund andere Blutdrucksenker. Die dritte Gruppe hingegen kam ohne blutdrucksenkende Medikamente aus. Das Ergebnis der Studie: Die Patientinnen, die Beta-Blocker nahmen, hatten ein um 71 Prozent geringeres Risiko, dass sich Metastasen bildeten oder der Krebs wiederkam. Dieser Effekt trat bei den Frauen, die andere Blutdrucksenker einnahmen, nicht auf, weshalb die Forscher ihn auf die Beta-Blocker zurückführen und nicht auf die Veranlagung zum Bluthochdruck. Folglich müssten die Wirkstoffe auch Frauen helfen, die nicht an Bluthochdruck leiden.

Weitere Studien mit mehr Frauen sollen folgen. Untersucht werden muss zudem noch, wie Brustkrebspatientinnen mit normalem Blutdruck den blutdrucksenkenden Effekt vertragen. „Eventuell könnte man hier aber auch einfach mit anderen Medikamenten gegensteuern”, sagte Entschladen der Nachrichtenagentur ddp. „Zudem gibt es einen Beta-Blocker-Subtyp, die sogenannten Beta-2-Blocker, die keine blutdrucksenkende Wirkung haben, aber zumindest in Laborexperimenten ebenfalls gut funktionieren. Bislang sind sie aber noch nicht als Arzneiwirkstoff zugelassen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert