Bei Durchfall mit Verdacht auf EHEC schnell zum Arzt

Von: Nina C. Zimmermann, dpa
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Hamburg. Eine Infektion mit dem aggressivem Darmkeim EHEC macht sich anfangs durch starke, krampfartige Bauchschmerzen bemerkbar.

Dazu kommt schnell Durchfall, der zunächst wässrig, bald aber blutig ist. Spätestens dann sei die Erkrankung ein Fall für den Arzt, betonte Wolfgang Wesiack, Berufsverbands Deutscher Internisten, im Gespräch mit dem dpa-Themendienst. „Der blutige Durchfall ist ein höchstgradiges Warnsymptom”, sagte der in Hamburg niederlassene Facharzt.

Allerdings seien Patienten im Augenblick so sensibilisiert, dass sie richtigerweise bereits mit akutem, wässrigen Durchfall einen Arzt aufsuchen. Begleitet werde die Infektion „eigentlich immer” von Übelkeit, gelegentlich auch von Erbrechen und Fieber. „Es kann Fieber dabei sein, es muss aber nicht dabei sein.” Wer mit den genannten Symptomen beim Arzt ist, sollte Wesiack zufolge darauf bestehen, dass eine bakteriologische Stuhluntersuchung gemacht wird. Bis das Ergebnis aus der abgegebenen Stuhlprobe vorliegt, dauere es allerdings ein paar Tage, da die Keime im Labor wachsen müssen.

Unabhängig davon sei die wichtigste Maßnahme bei Durchfall die Flüssigkeitszufuhr beim Patienten. „Das heißt, er muss reichlich trinken. Wenn er das nicht kann, weil er Übelkeit und Erbrechen hat, muss er infundiert werden - er braucht Kochsalzinfusionen.” Falsch sei, mit einem Antibiotikum einfach „draufloszuschießen”, weil dieses im Falle von EHEC nachgewiesenermaßen dem Körper schade. Auch Mittel, die den Durchfall stoppen, seien unangebracht, weil sie hier ebenfalls schädlich sein und den Verlauf verschlechtern können. „Wir sagen also, was da drin ist, muss raus”, begründete Wesiack das Vorgehen.

Wer sich vor einer Infektion schützen will, sollte sich an die üblichen Hygienemaßnahmen halten. „Das fängt an mit Händewaschen, das ist das A und O”, erläuterte Wesiack. „Wenn Sie ausreichend die Hände gründlich waschen, sind Sie auf der sicheren Seite und brauchen keine zusätzlichen Desinfektionsmittel oder sonst etwas.” Außerdem sollte man derzeit auf Obst und Gemüse gänzlich verzichten. „Das ist die beste Empfehlung, die man im Augenblick machen kann.” Zwar sei die Ursache für die bislang festgestellten Erkrankungsfälle noch nicht klar, allerdings stünden infizierte Lebensmittel wie Obst und Gemüse im Verdacht.
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