Berlin - Behandlungsfehler: Jeder dritte Patient beschwert sich zu Recht

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Behandlungsfehler: Jeder dritte Patient beschwert sich zu Recht

Von: epd
Letzte Aktualisierung:

Berlin. Patienten, die sich wegen möglicher Behandlungsfehler an eine ärztliche Schlichtungsstelle wenden, bekommen in fast jedem dritten Fall Recht.

Das geht aus der Statistik der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen für 2008 hervor, die die Bundesärztekammer am Donnerstag in Berlin vorstellte.

Die Eingriffe, nach denen Patienten am häufigsten den Vorwurf erheben, es seien Fehler gemacht worden, sind Hüft- und Knieoperationen. In den Praxen der niedergelassenen Ärzte kommen Fehler am häufigsten bei der Diagnose vor.

Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr knapp 11.000 Patienten an die ärztlichen Schlichtungsstellen gewendet. 7130 Fälle wurden entschieden, in 5060 Fällen lag kein Fehler vor. In 2090 Fällen hatten die Ärzte nachweislich einen Fehler begangen, aber nur in drei Vierteln dieser Fälle war der Fehler auch Ursache für gesundheitliche Schäden, so dass die Patienten Ansprüche auf eine Entschädigung hatten.

Die Bundesärztekammer wertet die seit der ersten Erhebung 2006 leicht steigende Zahl der Verfahren als Vertrauensbeweis für die Schlichtungsstellen.

Patienten gingen von der Unabhängigkeit der Stellen aus, sagte der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bei den Ärztekammern, Andreas Crusius, der auch Ärztepräsident in Mecklenburg-Vorpommern ist.

Insgesamt laufen in Deutschland jährlich rund 40.000 Verfahren wegen Behandlungsfehlern. Nur ein Viertel kommt vor die ärztlichen Schlichtungsstellen, die anderen Fälle werden etwa von den Medizinischen Diensten der Krankenkassen bearbeitet oder landen gleich beim Gericht.

Zudem gibt es eine unbekannte Zahl von Fehlern, die nicht registriert werden, aber durchaus zu Schäden bei den Patienten führen können. Diese Zahl ist höher bei medikamentösen oder anderen, nichtoperativen Behandlungen, da die Patienten ihre Beschwerden nicht auf einen ärztlichen Fehler zurückführen. Bei chirurgischen Eingriffen ist die Dunkelziffer für Behandlungsfehler laut Bundesärztekammer niedriger.

Nach Angaben der Ärztekammer gibt es pro Jahr 440 Millionen Arzt-Patienten-Kontakte in den Praxen und rund 17 Millionen Krankenhausbehandlungen. Die Bundesärztekammer bewertet ihr Schlichtungsverfahren, das bereits seit 30 Jahren existiert, im internationalen Vergleich als wirkungsvoll.

Es vermeide Gerichtsverfahren und führe in 90 Prozent aller Fälle zu Entscheidungen, welche die Patienten zufriedenstellen. Nur zehn Prozent ziehen nach einem Schlichtungsverfahren vor Gericht, von diesen Patienten erwirkt nur jeder Zehnte eine anderes Urteil. In 90 Prozent der Fälle wird die Entscheidung der Schlichtungsstelle bestätigt.

Ein Patientenrechte-Gesetz, wie es die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel (SPD) angekündigt hat, lehnte Crusius ab. Die Ärzte setzten dagegen auf ein „Partnerschaftsmodell” in der Arzt-Patienten-Beziehung.
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